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Zwölfter Band. W bis Z.
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Winter

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Winterfeldt

zu Freiburg und seine Motion für bessere Unterstützung der Heidelberger Universi-tätsbibliothek und der akademischen Institute. Bald nach dem ersten Landtagewurde W. demagogischer Umtriebe beschuldigt, lange Zeit in polizeilichem Haus- ^arrest gehalten, vom Hosgerichte zu Manheim aber frei und unschuldig erkannt.Niit grosser Stimmenmehrheit wurde er hierauf auch zum Bürgermeister erwähltund noch 2 Mal zum Abgeordneten in die badische Skändeversammlung. Die Re-gierung ließ in öffentlicher Sitzung der Kammer der Landstände durch den MinisterFreih. ».Berthen» das Urtheil des Hofz.richts für die Unschuld W.'s vortragen,zu den gedruckten Verhandlungen geben, auch demselben nun das Lob der Bürger-tugend ertheilen. Schon vor der Mahl der Deputrrten zum Landtag 1825 hatteer öffentlich erklärt, daß er diese Stelle nicht wieder annehmen würde, und er legte 'auch bald darauf freiwillig die Bürzermeisterstelle nieder. Da er sich für die Un-terstützung der Griechen sehr thätig gezeigt hatte, so dankt, ihm die griech. Regie-rung in einem besondern Schreiben des MaurokordatoS. Auch die durch die großeÜberschwemmung 1824 unglücklich (Gewordenen erhielten durch seine thätige Ver-wendung vom Auslande bedeutende Unterstützungen.

Minter, die rauhest, und kälteste Jahreszeit, welche bei uns im astrono-mischen Sinne mit dem kür-.esten Tage (22. Dec.) anfängt und mit der Frühlings-nachtgleiche (um den 21. März) endet. In der südlichen Halbkugel fällt er in dieZeit unsers Sommers. In der nördlichen Halbkugel währt der Winter nur etwasüber 89, aus der südlichen hingegen über 93 Tage, weil der nördl. Winter in dieSonnennähe, der südl. aber m die «Sonnenferne fällt, wo die Erde langsamer gehtund also um so viel Tage länger verweilt.— In der heißen Zone findet nach unsermBegriffe kein Winter statt; hier gibt es nur eine Regenzeit, die aber nicht kalt ist.Eine ziemliche Strecke über die Wendekreise hinaus, in beiden gemäßigten Zonen,ist noch derselbe Fall. In ganz Nord - und Südafrika , mit Ausnahme der Gebirgs-gegenden, ja selbst in Neapel, Siechen, dem südl. Spanien und Portugal , kennt manwenigstens für gewöhnlich weder- EiS noch unsere Winterkälte. Im Jan. pflegenbereits die Mandelbäume zu blühen, und die Gartengewächse gedeihen in dieser Zeitzum Theil besser als im Sommer. Weiter hinauf, schon im Kirchenstaate, gefriertes öfter; noch mehr in Oberitalieo. Diesseits der Alpen , wo der Winter immermehr steigt, wird er schon ziemlich anhaltend und streng, und erreicht endlich jenseitsbes Polarkreises einen Grad von Kälte, der unsere Vorstellungen übersteigt. DieselbeFortschreitung findet nach dem Südpol zu statt. Der strenge Winter 1829 — 30hatte das Eigenthümliche, daß er in Deutschland, Frankreich, Spanien und im Sü-den überhaupt früher als gewöhnlich eintrat, lange anhielt und in südl. Breiten vielSchnee und Eis im Gefolge harte. Nach Stark'« Beobachtungen zu Augsburg stiegdie Kälte von 10° R. am 3. Jan. bis 23" am 2. Hebr . (Morg. 6 Uhr). C. H. Pfaffhat in s. S chrift über die strengen Winter d°« 18. Jahrh. (1809) die harten Win-ter 1109, 1132, 1140, 1116, 1185 und 1189 verglichen.

Winterfeldt (Hans Karl v.), k. preuß. Generallieutenant, Ritter Losschwarze» Adlerordens und des Ordens pour ls meinte, geb. 1101 zu Vanselowin Vorpommern, begann die militairische Laufbahn im 16. I. bei dem K ürassier-regiment« v. Winterfeldt, von welchem er bald zur Garde du Corps versetzt ward.Friedrich d. Gr., der ihm schon als Kronprinz siin Vertrauen geschenkt hatte, erhobihn, der damals noch Lieutenant war, bald nach s. Thronbesteigung zum Major u.Flügeladjutanten, und sendete ihn wenige Monate darauf (1140) nach Petersburg das dortige Cabinet dafür zu gewinnen, daß es sich nicht in den ersten schlesischenKrieg Mische, den er beschlossen hatte. DerZweck ward vollkommen erreicht, und W.,zum Heere zurückgeeilt, trat an die Spitze eines GrenadierbataillonS, mit welchem> er sich bei der Überrumpelung Glogaus (8. März 1141), besonders aber in derSchlacht bei Mollwitz (10. April) auszeichnete, wo er verwundet, bald darauf zumOberstlieutenant und nach wenig Tagen zum Oberst und Generaladjutanten beför-