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lüdolf (Friedrich August)
der Schüler, wie später der Mann, durchaus abgeneigt war. W. liebte die Musiksehr als Erholung; er sang mit ini Stadichore, übte mebre Instrumente und com-ponirie kleinere Stücke; der Wunsch des Vaters aber, Musik zum Hauplstudiumseiner beiden Söhne zu machen, ward nur durch den jüngern, Georg Friedrich,erfüllt, welcher sich späte, bin, schon im 21. Lebensjahre, durch seine „Clavierschule"einen Namcn in diesem Fach erwarb. Diese vom Vater mit den Sehnen wol zuweit getriebene Pädomalkie schwächte jedoch des Knaben Körper, der sonst sehrrobust zu werden schien. Nach Antritt des 19. I., Nil , bezog W. die Hochschulezu Göttingen , mit dem festen Vorsätze, ausschließlich nur Philologie zu widiren.Das „I'>nloloxi-,o 8tu<Iio5„,>>", wie er in der Matrikel genannt zu werden bat, war,als damals durchaus ungewöhnlich, sogar dem Philologen Henne dermaßen auf-fallend, daß nian Bedenken trug, ihm zu willfahren; W. aber ließ sich nicht davonabbringen und war nicht zu bewegen, sich als Theologen einschreiben zu lassen.Erhörte, jedoch höchst unregelmäßig, weil das Selbststudiren ihn seh, verwöhnt hatte,bei Gatterer, Schlözer , Michaelis, Feder, Meine,s und Henne. Diesem letztemviclvermögenden und höchstachlbaren Manne tkiiffühl sich W. indeß weder durch sei-nen geringen Collegienbesuch noch durch die scheinbare Unregelmäßigkeit seiner Stu-dien, sodaß -hn Heyne von seinem Collegium über Pindar , wozu W. sich meldete,ausschloß, als dazu wol wenig geeignet, übrigens lebte W. bis Michaelis 1179zu Göttingen sehr glücklich (besonders durch den ihm gestatteten freiern Gebrauchder Bibliothek), obgleich sonst einsam, Wenigen bekannt und nur mit Einigen ver-traut. Sein leidenschaftliches Studiren warf ihn zu Göttingen 2 Mal in lebens-gefährliche Krankheiten, aus denen ihn Baldinger rettete. Neben seinen Studiengab er mehren ihm empfohlenen Studenten Unterricht im Griechischen und inneuern Sprachen, besonders im Englischen, zu welchem Behuf er Sbekspeare's„Macbeth" mit erklärenden Noten (Göttingen 1118) herausgab. Von Heynehielt W. sich so fern, daß er auch nicht einmal eine Stelle in dessen philologischemSeminarium suchte, so wünschenswerth ihm solche in ökonomischer Hinsicht ge-wesen wäre. Um sich jedoch dem einflußreichen Manne auch zunftmäßig zu em-pfehlen, legte er ihm kurz vor seinem Abgehen von der Hochschule 1119 in einemAufsätze seine abweichenden Gedanken über Homer vor, welche Heyne indeß beharr-lich und peremtorisch abwies. 1119 ging W., von Heyne nicht eben aus wohl-wollender Theilnahme dazu veranlaßt, als außerordentlicher Lehrer an das damalsblühende Pädagogium nach Ilfeld . Hier blieb er bis zum Frühling 1182, fleißigim Lernen und Lehren. Von hier aus machte er sich zuerst der philologischen Weltbekannt durch seine Ausg. des Platonischen „Gastmahls", mit deutschen Noten,deutscher Inhaltsübersicht und Einleitung, deren Ton, Ldtxl, Art und Kunst ihmden Beifall der Gebildeten, namentlich auch des preuß. Ministers v. Zedlitz, erwarb,auf welchen W. es ganz eigentlich dabei abgesehen hatte, den Blick schon damalsaufeinepreuß. Hochschule gerichtet, denn der Name Friedrich II. klang ihm süß inden Ohren. Auf den Grund sehr genial behandelter Probelektionen ward er 1182zum Rector der Stadtschule zu Osterode ani Harz erwählt, wohin er, nachdem ernoch zu Ilfeld seine Hochzeit gefeiert hatte, im Frühlinge dess. I. abging. Schonim folg. I. erhielt er, der kaum sein 21. Lebensjahr angetreten hatte, einen dop-pelten Ruf, als Director des Gymnasiums nach Gera , mit 190 Thlr. Gehalt,und nach Halle als ord. Pros. der Philosophie, besonders der Pädagogik, und alsDirekter des pädagogischen Instituts der dortigen Hochschule, an Trapp's Stelle,mit einem Gehalte von 300 Thlr. Des geringern Gehalts ung-ochtet zog er den-noch, auf Semler'S Rath, den Ruf nach Halle vor, weil er ihm einen größernWirkungskreis eröffnete. Im April 1183 ging er nach Halle. In den ersten Jah-ren haue W. hier einen schlimmen >^tand. Der geringe Gehalt und die übermäßigePädagogik machten ihm viel zu schaffen. -Lem Hörsal b.ieb leer, weil er auf dem