Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
375
JPEG-Download
 

Wolle

375

bindung der Bezeichnungen für die 3 Hauptgestaltungen der Wolken erhielt HowardBenennungen für Zwischenerscheinungen, nämlich Cirro -Cumulus, kleine, rund«liche, horizontal geordnete Massen; Cirro-Stratus, horizontale, an ihren Gren-zen abnehmende, unten concave Massen, bald einzeln, bald in Gruppen; Cumu-lo-Stroms, eine dichte Wolke mit der Grundlinie des Cumulus, oben abgeplat-tet; Cumnlo-Cirrus, die Wolke die sich in Regen entladen hat, eine horizontaleSchicht, über welcher CirruS liegt, während Cumulus seitwärts und unten sichanhäuft. Nach Howard folgt auf CirruS abwärts Cirro-Cumulus, und tannCir-ro-Slratus, Tumulu« und Slratus. Auch der eigentliche StraluS, die hori-zontale Wolkenschicht, kann sich zuweilen höher erheben als zu andrer Zeit, wo-von Jahreszeiten, Po'höhe oder Berghohe abhängt, wie auch der Cumulus baldhöher, bald niedriger schwebt, im Ganzen aber bleiben die Wolkenstellungen immerstufenweise über einander. Lucas Howard legre s. Beobachtungen in s. „b,s-,v onclnrxls" nieder, woraus Gilbert'S „Annalen ", Iahrg. 1816, einen Auszug gaben.Zhm folgte Th. Förster in s. „Untersuchungen über die Wolken" (a. d. Engl ,Leipz. 1819). Gölhe machte („Zur Naturwissensch.", 1. Bd.) eine geistreicheEinwendung der Theorie.

-t Wolle nennt man im Allgemeinen denjenigen Theil der Bedeckung derSäugethiere, der unter den obern Spitz- oder Stachelhaaren (Grannen) liegt, undauch Grundhaar heißt, überhaupt Haare, die einen größer« natürlichen Zusam-menhang haben als andre, insbesondere aber die Hautbedeckung der Schafe. Alleder Luft ausgesetzten Theile des Körpers der Schafe bedecken sich mit Wolle. Wodas Schaf keine Wolle trägt, hat es Haare wie andre Thiere, z. B. auf der Nase,an den Unterbeinen; man nennt sie Beinwolle. Zu den beständig wolletrogendenStellen der Haut des Thieres im gesunden Zustande gehören diejenigen, die einefleischige Unterlage haben. Die Gestalt des WollhaareS ist iiy Allgemeinen entwedergerade und schlicht, oder, auf verschiedene Art von der geraden Gestalt abweichend, ge-krümmt, gekräuselt oder geschläugekt. Die Abtheilungen von Flöckchen oder Büscheln,wozu sich die einzelnen Wollhaare auf dem Körper des Thieres verbinden, nenntman Stapel, dessen Bildung bei jeder Wollart etwas Eigenthümliches hat. Dievon der Haut im Zusammendange abgeschorene Wolle heißt Fließ . Denkt man sichein Fließ in einer Haut ausgebreitet, so bildet die Wolle vom Kops, den Beinen,dem Bauche und Schwänze — welche die schlechteste ist — die äußersten Theiledesselben oder den Rand. Die Verschiedenheit der Wolle auf verschiedenen Thie-ren hängt im Allgemeinen a^ von Abstammung, Kreuzung derRacen, Klima, Nah-rung und Lebensweise der Thiere, sowie unter Individuen eines Stammes vo»Alter, Geschlecht und äußern Einwirkungen. Man theilt die Wolle in dieser Hin-sicht überhaupt 1) in grobe, die lang, entweder schlicht oder nur unregelmäßig ge-krümmt ist, oder die Landwolle der einheimische» Racen, und 2) in seine, regel-mäßig geschlängelte und gekräuselte. Man nennt diese spanische, oder, da nichtalle schafe in Spanien feine Wolle tragen, Merinowolle. Unter der grobenWolle findet gleichfalls Verschiedenheit statt. Die meisten Arten derselben sind mitkürzern feinern, mehr oder weniger schlichten Haaren vermischt, andre aber weni-ger. Zu der ersten Art gehört die meiste gemeine Landwolle, zu der andern beson-ders die feine eiderstädter Wolle in Holstein, Das schlichte Wollhaar wächst aufden ausgewachsenen Thieren im Lause eines Jahres gewöhnlich 6 — 8 Zoll. DieMerinowolle ist nicht so lang als die schlichte und wird auf gesunden und erwach-senen Thieren binnen einem Jahre nur 1—2 Zoll, meist aber zwischen 1i —2 Zoll lang. Veredelte Wolle nennt man die Wolle aller Schafe, die aus einerVermischung feiner spanischer Stähre mit groben Schafen herrühren, entwederunmittelbar oder aus einem folgenden Geschlechte, Sie bleibt der groben Wolle an-fänglich in Länge und Sprödigkeit ähnlich, nähert sich aber schon auf der ersten