Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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376
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Wolle

Stuft der Veredlung in der Kräuselung der feinen. Die Zucht eines feinwolligenSchasstammcs durch Fortbildung der aus Spanien eingeführten Escorialschaft,sowie die V.redlung des Landschaft in Deutschland , ist von Lachsen ausgegaugm,daher man auch die feine Merinowolle sächsische nennt. (Dgl. Schafzucht.) Au-ßer dmi sächsischen Lchafstawme haben sich auch in Mähren, Ungarn . -Östreichedle Stämme gebildet, und in neuern Zeiten ist zu den feinwolligen Raren noch dasSchaf in Neusüdwales gekommen das schon vul Wolle in den Handel l'eftrt.Nach einer Schrift von Ternaup (Paris 1827) über sranz. Schafzucht und Woll-handel war d e span. Wolle vor 40 Zähren d°e theuerste. Seit 1794 und nochmehr seit 1804 sind die Preise immer mehr gefallen, die der sächs. Wolle dagegengestiegen. >Lo kostete im Z. 1804 das Kilogramm der span. allersiinsten 24 Fr.,im I. 1827 nur 9 Fr.; die stanz. allerfeinste damals 18 Fr., jetzt 20 Fr., unddie sächs. Icht-m.-»") damals 16, jetzt 84 Fr. —Die Wolle, wie sie aus der erstenHand in den Handel kommt, wird in sogen. Schursorten eingeth.ikt. Nach demAlter der Schaft zerfällt sie in Lammwolle und Wolle von asicn, Schasvieh. Beidiesem unterscheidet man Wolle, die nur ein Mal im Lauft des Jahres geschorenwird. einschürige, und solche, die 2 Mal geschoren wird, zweiichürige. Diesetheilt man in Sommerwolle, die im Sommer gewachst n und im Herbsie g schorenist, und in die im Frühjahr geschorene Winket wolle. Wolle, die von Schlachtviehaußer der Schurze t kommt, heißt Schlachtwolle, Wolle von ertränktem oder ge-fallenem Vieh, Raufwolle, und Wolle, die erst beim Gerben von den F>llen ge-nommen wird, Gei berwolle. Zn technischer Hinsicht dient die Wolle wegen ihrerAnhänglichkeit und leichten Auflösbarkeit zum Filzen, weaen ihres Zusammen-hangs zum Spinnen, mit Pftrdehaaren vermischt zum Polstern, mit Baum-wolle zuni Walten. Lammwolle wird vorzüglich zu Hüten, Strümpfen, und,mit andrer Wolle vermischt, zu Tuch, Sommermolle bloß zu gewöhnlichen Tu-chen, «inftbürige Wolle zu verschiedenen Zeuchen undTucb, Winterwolle abervorzugs-weise zu Tuch, Zeuchen ic. gebraucht. Grobe und halb veredilte Wolle wird ent-weder verarbeitet, wie sie von dem Schafe kommt oder die länger« Haare werdenvon den kürzern abgesondert, und beide Sorten besonders benutzt. Dieses Abson-dern heißt Kämmen, und die dazu sich eignende Wolle Kammwolle. Aus langer,gekämmter Wolle bereitet man Lrtrumpfgarn und verschiedene glatte iuchähnli'cheStoffe. Ungekämmte, gewöhnliche Wolle dient zu Tuchleisten. Merinowolle,sowie die hochveredelre Gaiiungen, sind zum Kämmen weniger geeignet alsgrobe. Ung, kämmt bleibende, zum Verspinnen bestimmte Wolle heißt nach demWerkzeuge, womit die Haare gelöst und zum Spinnen in Ordnung gebracht wer-den, Sireichwolle. Zeuch aus kurzer Streichwolle, das durch Weben und WalkenDichtheit und eine T-cke von kurzen gleichlaufenden Härchen erhält, heißt Tuch.Von dem Kaufmann wird die Wolle noch der Beschaffenheit und Güte sorrirt. ZnSpanien werden die Schaft vor der Wäsche sortirt, alsdann geschoren, und zuletztdie Wolle gewaschen. Sie kommt in den 4 Sorten: Resina, Pr'via, Secundaund Tercer«, in den Handel. Die Merino - oder sächsische Wolle wird gleichfalls in4 Hauptsorten getheilt: Electoral-, Prima-, Secunda- und Tertiawolle. Dgl.Wagner s , Beiträge zur Kenntniß und Behandlung der Wolle und Schafe" (2.Aufl., Beibn 1821); F. B. Weber: „Über die Gewinnung der feinen und edelnWolle" (Breelau 1822); Z. M. Frech. v. EhrenftlS: „Über das Eleckoralschafu. die Electoralwolle" (Prag 1822); „Neueste Ansichten über Wolle und Schaf-zucht, nach 8 franz. Ldchrisisikllern", von Christ. Karl Andre (Prag 1825, 4.)(aus dessen „Ökonomischen Neuigkeiten", 1824, besonders abgedruckt); „Das Schafund d>. Wollen:.", vom Pros. Ribbe (Prag 1825); und Petri, „DasGanze derSchafzucht rc." (Wien 1825, 2 Thle., 2. Aufl.). — Der Wollhandel ist seit*) ftieeiil, d. i. auserlesene; ehemals Electoralwolle, d. i. kurfürstliche, genannt.