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Würtemberg (Geschichte)
thum litt, dafür war es ein großes Glück, daß der Versuch, unumschränkt zu regieren,durch die oberrichterliche Entscheidung des Reichshofraths, unter Gewährleistungvon Preußen, Hanover und Dünemark rückgängig gemacht, und in dem vermitteln-den Erbvergleich noch mehr beschränkt wurde. Nach diesem abgewandten Sturmewurde, da Karl. unabhängig von fremdem Einfluß, auf welchen der Premiermini-ster, Grafv. Montmartin, unbesonnen gebaut hatte, den Hofaufwaud ganz abstellteund gemäßigtere Unterhaltungen liebgewann, die zweite Hälfte der Regierung die-ses Herzogs eine der schönsten Zeiten des Landes. Kunst und Wissenschaft gediehen.Noch jetzt spricht man mit Achtung von s. Karlsakademie zu Stuttgart ; die meistenKünstler, deren Würtemberg sich bis diesen Tag rühmt, verdanken ihre Bildungseinen Anstalten. Die Bevölkerung stieg bis auf 600,000 Menschen; zur Ver,größerung des Landes war während der ganzen Regierungszeit der Herzoge nichtsvon Belang geschehen, außer Dem, was Herzog Ulrich von der Pfalz erobert, Her-zog Friedrich für große Summen, bei lang fortdauerndem Widersprüche des bübi-schen Hause«, von einem Markgrafen erkaufe hatte. Die Landesreligion litt auchdarunter, daß von 1733—97 kath, Fürsten, Karl Alexander und seine 3 Söhne,Karl, Ludwig und Friedrich, insgesammt mit dem Beinamen Eugen, zur Regie-rung gelangten. Unter der Regierung des Herzogs Karl Alexander zerrüttete derJude Süß (s. d.) das Land als Finanzminister. Von Karl Alexanders jüogstemSohne, Friedrich Eugen , stammt das ganze jetzt vorhandene würtemberg.Fürstenhaus ab; sowie auch von seinen Kindern, deren Mutter eine preuß. Prin-zessin war, die Rückkehr der Dynastie zum Protestantismus ausgeht. — Schonunter Friedrich Eugen hatte die franz. Republik die überrheinischen Besitzungendes Hauses an sich gerissen, das Herzogthum selbst abwechselnd besetzt und geräumt,auch der Entschädigung wegen auf dem Friedenscongresse zu Rastadt Unterhand-lungen gepflogen. Der Sohn, der verstarb. König Friedrich I. von Würtemberg,wußte in gleicher Lage durch zeitgemäßes Anschmiegen und kräftige« Geltendnnchenseiner interessanten Persönlichkeit entscheidende Vortheile zu gewinnen; er wurdemit einem Zuwachs von 12,000 Unterthanen in der Mitte oder an den Grenzendes alten Landes entschädigt und zur kurfürstl. Würde erhoben. Au? diesen Ent-schädigungen bildete sich für einige Zeit ein neuwürkemberg. Staatsorganismus,mit dem Herzogthume nur durch den gemeinschaftlichen Herrn und durch Voran-stalten zur Einverleibüng verbunden. 1803 hatte Kurfürst Friedrich für FrankreichTheil genommen an dem Kriege gegen Östlich, dafür eihielt er KünigswnrdelSouverainetät und neue Ländererwerbungen mit einer Bevölkerung von mehr als200,000 Menschen. Jetzt war der Zeitpunkt, wo sich dos römische Reich deutscherNation auch der Form und dem Name» nach auflöste. Sofort ward das neue Kö-nigreich einer der Staaten des sich eben bildenden Rheinbundes und halte als solcherthätigen Antheil an allen weiter» Landkriegen des franz. Kaisers, mit Ausnahme desspanischen. Durch den letzten Krieg mit Östreich (1809) stieg endlich die Bevölke-rung Würtemberg« auf 1,350,000 Einw. Die vorderöstr. Provinzen in Schwa-ben , von Würtemberg umschlossene oder daran grenzende Gebiet« mehrer zuvor un-mittelbarer Rcichsftirsten und ReichSrikter. Länderstriche welche Baden und haupt-sächlich Baiern gegen anderweitige Entschädigung abtraten, bildeten jetzt, nebst ei-nem großen Theile des DeutschmeisterthumS, die neuen Vergrößerungen. Auchnach dem Sturze des franz. Kaisers sicherte der König das bisher Erworbene durchBeitritt zu den verbündeten Mächten mit kluger Thätigkeit, «teit 1815 bildet nundasKönigreich einen der bedeutender» Staaten des deutschen Bunde«. Fried-rich I. (s. d.) starb d. 50. Oct. 1816. Ihm folgte s. Sohn Wilhelm I. (s. d.).dessen Bruder, Paul (geb. 19. Jan. 1785, verm. 1805 mit Ekarlotte, Prin-zessin von Sachsen-Altenburg), Vater der Großfürst n Helena, Michaels Gemah-lin 1821, im Juli 1830 die Souverainetät von Griechenland angetragen wsr«