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Zwölfter Band. W bis Z.
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406 Würtemberg (Geschichte)

ten verjagen; Ulrich, dem dritten Herzoge, dem einen Sohne des unglücklichen, oftverrückten Grafen Heinrich (der andre warGrafGeorg, der Stammvater der vonHerzog Friedrich l. an regierenden Linie) nahm der schwäbische Bund das Herzog-thuni und verkaufte es geradezu an die östr. Bruder Karl Vä und König Ferdinand.Während dieser östr. Regierung wütheten die verderblichen Unruhen des Bauernkrie-ge«. Nach 15jähr. Entfernung erobert Ulrich das Land wieder; allein er muß es alsöstr. Afterlehn anerkennen. Um so imh 'fuhrt er das Lutherthum ein, wird in Folgedieses Schi ins Mitglied des schmalkaldiichen Bundes, verliert es aber nach dem un,glücklichen Kriege beinahe zum zweiten Male an König Ferdinand, der ihn der Felo-nie gegen sein Haus anklagte. Dem Herzog Christoph, Ulrichs Sohne, gelang dieRettung desselben , jedoch ohne des AfkerlehnS loswerden zu können, nachdem Mo-ritz aus wachsen sich erhoben halte. Die Lage des Herzogihums vom Anfange bisin die Mute des) 6. Jahrh, war oft schrecklich, während die Banden des schwäbi-schen Bundes, Östreicher, Hessen , tolle Bauern und Spanier darin wirthschafteten.Durch den schaden seiner Vorfahren gewitzigt, ruhte Herzog Friedrich I., ein Nach-komme Georg?, des in Mömpelgard apanaqirten Bruders von Herzog Ulrich, nicht,bis er des Afterlehns ledig war. 1699; Östreich behielt sich aber die Nachfolge imHerzogthume vor, auf den Fall, wenn der würtemberg. Mannsstamm ausstürbe.Diese B'sreiung kostete dem Lande eine schwere Summe; aber gut war es, daß imdreißigjähr. Kriege, der nun bald ausbrach, Östreich nicht auch noch von dorther An-sprüche an Würtemberg machen konnte. Dieser dreißigjähr. Krieg ist der traurigsteZeitraum in der würtemberg. Geschichte. Glücklich hätte sich das Herzogthum schä-tzen mögen, wenn der Kaiser es nur als erobertes Land behandelt hätte; allein esward zerrissen und zerstückelt. Minister, Generale und der Erzbischofvon Wien er-hielten Theile zum Geschenke, nach andern griffen Baiern, Würzburg , die Erzher-zogin Claudia von Östreich; wem der Rest gehören sollte, wußte Niemand. DieDergveste Hohemwiel, von Widerhold vertheidigt, kam allein nicht in FeindesHand. Von 1634 — 41 sank die Bevölkerung Würtembergs von ungefähr330.000 Menschen auf 48,000 herunter; wer hatte fliehen können, war entflo-hen;, die Andern hatte Krieg, Pest und Hunger weggerafft; Städte und Dörfer la-gen ganz oder größteniheils in Schult und Asche; der sonst schon so angebaute,fruchtbare Boden war öde und wüste. Nur dem guten Willen der Wchweden unterKanzler O.rcnstierna und den redlichen, unverdrossenen Bemühungen seiner mitKlugh-it thätig'ii Staatsmänner, Burkhard und Darenbühler, verdankt Würtem-berg seine gänzliche Wiederherstellung im westfäl. Frieden. Allmälig erholte sich dasHerzogthum wieder, das Land unterstützte den ganz verarmten Regenten und dieRegierungscasse fast über seine Kräfte. Sogar neue Erwerbungen wurden gemacht,die man, ohne daß die ersten Urkunden darüber je bekannt geworden sind, als beson-deres Fcheicomnuß der Regentenfamilie und wie ein Majorat des Regenten zu be-handeln sich gewöhnte. Obschon bald nachher auch auf Würtemberg die Zeit Lud-wigs XI V. schwer drückte, obschon Melac und andre Mordbrenner dieses Königsdarm wütheten und zerstörten: dem (fammer des dreißigjähr. Kriegs kam diese neueNorh doch nicht gleich. Ein Haupisitz des Übels bestand darin, daß Würtembergeine in hrer Art einzige und höchst verderbliche Maitressenregierung, jene der Frauv Grärenitz, unter H.rzog Eberhard Ludwig , hauptsächlich dem Beispiele des franz.Königs verdankte. Seit dein span. Erbfolgekriege hatte das Herzogthum von äu-ßern Feinden Ruhe bis zu den Kriegen der franz. Revolution. Nur einmal zogenfremde Heere durch, während des zweiten schles. Kriegs; am dritten nahm HerzogKarl Theil, nicht eben niit kriegerischer Auszeichnung, aufgereizt von jugendlichemÜbermuih und franz. Hülfsgeldern, außerdem in der Absicht, um durch seine Ver-bindung mit Östreich gegen Friedrich d. Gr., durch Beistand der erstgenanntenMacht, die Stände seines Landes je länger je mehr niederzudrücken. Das Herzog-