Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Würzburg (Universität)

fortwährenden Blüthe der Würzburger Hochschule hauptsächlich beitrug. Die theo-logischen und philosophischen «tudien waren von Zeit der Gründung an bis zur <Aufhebung des Ordens ausschließend in den Händen der Jesuiten . Die juristischeFacultät besaß in der Mitte d. vor. Jahrh, an Joh. Kaspar Barthel (für Kirchen-recht) und Joh. Adam Jckstadt (für Läiaarsrecht, Natur- und Völkerrecht) Män-.ner von ausgezeichnetem Rufe, Joh. Georg v. Eckharl, der große Geschichtsfor-scher, starb 1730 als Vorstand der Universitätsbibliothek. Einen besondern Auf-schwung erhielt die Würzburger Universität durch die Pflege des vorletzten Fürstbi-schofs, Franz Ludw. v. Erihak. Dieser Fürst dachte und regierte im Geiste der ifortschreitenden Zeit, und in diesem Geiste sorgte er für Verbesserung und Fortbil-dung seiner Lieblingskinder, der Stiftungen seines UrgroßoheimS Julius. Auf-klärung und gründliche Bildung des Klerus war fein Hauptaugenmerk. Deßhalbberief er helldenkende und gelehrt/ Männer auf die theologischen Lehrstühle. DieNamen Oderlhür, Berg, Gregel, OnymuS, Feder sind in der Literatur rühmlichbekannt. Zugleich begann Gallus Aloys Klemschrod im Gebiete des Criminal-rechtS die Bah» philosophischer Bearbeitung zu brechen. Karl Kaspar v. Sieboldglänzt« in der Medicin. Facultät, und der Universttätsbibliothekar Mich, Jgn.Schmidt schrieb die Geschichte der Deutschen . Dieser blühende Zustand, sowie dietresstiche Ausstattung der Attribute, insbesondere die ersprießliche Verbindung mitdem Hospitale, entschieden, als Würzburg 1802 an das Kurhaus Pfakzbaiern kam,nicht nur die Beibehaltung der Universität, sondern bestimmten auch die damalige,im schönsten Winne liberale bairische Regierung, den Flor derselben durch zahlreicheVocalionen (Schelling, I. I. Wagner, Mannert, I. Döllinger, G. Hufeland u. A.) zu befördern. Auch wurde damals zu Würzburg eine protestantisch - theolo-gische Facultät (Paulus, Niethammer, Martini, Fuchs) errichtet. Indessen dau-erte jene für die Pflege der Wissenschaften so günstige Epoche nur kurze Zeit. DasFürsienthum Würzburg wurde im presburger Frieden an den Erzherzog Ferdinand(vormals Großherzog von Toscana) abgetreten. Diese RegierungSveründerungveranlaßte den Abgang des größten Theils der neuvocirten Professoren und führte1809 organischeVerfügungen herbei, welche den ungünstigsten Einfluß aus den Zu-stand der Universität haben mußten. Die Ackenstücke, welche die neue Organisationder Universität betreffen, befinden sich in der „Oberdeutschen allg . Lit.-Zeit.", Nr.121, und in der „Allg. Zeitung", 1814, Nr. 313 fg. Diese Verfügungen waren,von einer der fortschreitenden Geisiesentwickelung abholden Geistlichkeit ausgegangen,und die Richtung des Rückwärts sprach sich darin unverkennbar aus. Eine bedeu-tende Verminderung der Freguenz der Universität war die nothwendige Folge dieserRückschritte. Doch 1814 wurde Würzburg wieder mit Baiern vereinigt, und so-fort erfreute sich die Universität einer neues Leben bi mgenden Restauration. MitBegeiferung feierten Lehrer und Studirende 1818 die Begründung der Verfassung,und man kann seitdem eine lebendige Theilnahme an dem Leben der constitutionnel-len Monarchie und besondern Eifer für das Staatsrecht der neuern Zeit als einencharakteristischen Zug der Würzburger Hochschule anführen. Derselbe offenbartesich in der ersten Wahl eines Abgeordneten der Universität zur Ständeversammlung.Mit großer Stimmenmehrheit siel sie auf den im Fache der SkaatSwissenschaft rühm-lichst bekannten Schriftsteiler, Wilhelm Jos-ph Behr (s. d.). Der Gewählte ge-hörte durch Freimuth, Gründlichkeit, Beredtsamkeit zu den ausgezeichnetsten Mit-gliedern der zweiten Kammer. Leider machten diese ruhmwürdigen EigenschaftenBehr'S nicht überall günstigen Eindruck. Seit 1821 betrauert die Universität sei-nen «»ersetzten Verlust. — Seit 1814 beträgt die Zahl der Studirende» regel-mäßig 650 — 700; mehrmals hat sie sich über 700 erhoben. Von den 140 —160 Ausländern, die sich darunter befinden, gehören die meisten der medicinischenFacultät an, Hn dieser lehren gegenwärtig die Prpf. Pickel, Ruland, Heller,