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Zwölfter Band. W bis Z.
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Würzburg (Universität)

D'Outrepont, Texter, Schönlein, Heusinger, I. B. Friedrich, Hergenröther.Man kann sagen, daß der Sitz der Facultät in deni Iuliushospitale ist. In demRaume desselben vereinigen sich die Hörsälezum theoretischen Unterrichte, das weiteFeld der Klinik in den Krankenzimmern, das anatomische Theater und Präpara-tencabinet, der botanische Garten und das chemische Laboratorium. In unmittel-barer Nähe schließen sich an das Entbindungshaus und das besondere Krankenhausfür Epileptische. Die- anatomische Anstalt hat vor Kurzem eine neue zweckmäßigeOrganisation erhalten, und man sieht einer Erweiterung des dazu bestimmten Ge-bäudeS entgegen. Ein besonderes Locale ist der neubegründeten zootoinischen Anstaltgewidmet, von welcher durch Heusinger'S Thätigkeit reiche wissenschaftliche Aus-beute zu hoffen ist. Die theol. Facultät besteht gegenwärtig aus den ProfessorenEyrich, Fischer, Büchner, Moritz u. A. Die Tendenz zu Rückschritten, welchein neuerer Zeit hier und dort bemerkbar wurde, kann der Würzburger theol. Facul-tät nicht vorgeworfen werden, ihr Wahlfpruch scheint zu sein: dleelium teilnere1 , 0 -ili. In der jurist. Facultät lehren Metzger, Laut, Seuffert, Brendel, Cu-cunniS u. A. ?lußer Hehr hat diese Facultät vor wenigen Jahren durch Berufungzu andern Staalgämtern Rudhart (ausgezeichnet als Schriftsteller und als Rednerin der Ständeversammlung) und Schmidtlein (gegenwärtig Ministerialrath undVorstand der Gefttzcommission), und durch den Tod Kleinschrod verloren. Für dieStudirenden aus dem Rheinkreise ist 1821 eine Professur des französischen Rechtserrichtet worden. Der neugebildeten staatswirihscbaftlichen Facultät gehören anGeier d. Ä. (''»gleich Regierunggralh, auch?lbgeordneter ;ur Ständeversammlung),Geier d. I. und Stöhr. Mitglieder der Philosoph. Facultät sind Metz, Schön,Sorg, Rau, Wagner, Goldmeier, Frank, Richarz, Fröhlich und Berts. DerVerlust Klcin's wird immer noch lebhaft gefühlt. Die Bibliothek (unter der Di-rektion des humanen Goldmeier) enthält mehr als I 00 000 Bde. Der erste Stammderselbe» war im dreißigjährigen Kriege von Gustav Adolfnach «chweten abgeführtworden. 1824 wurde durch Ankauf eines Theils der freiherrk. v. Asbcck scheu Bü-chersammlung eine bedeutende Erwerbung an Kunst- und naturwissenschaftlichenPrachtwerken g macht. Der BibliotheksondS, welcher jährlich 3000 Gldn. abwirft,ist von dem vormaligen Großherzog von Frankfurt , Kar! v.Dalberg , gestiftet wor-den. Das Naturaliencabinet (von dem ehemaligen Minoriten B l a n k I gesam-melt) ist «uf eine sehr glänzende Weise aufgestellt; den Anfoderungen der Wissen-schaft entspricht es nicht. Es hat neuerdings durch den Ankauf der Sammlung desForstinspeckorS Schmitt einen bedeutenden Zuwachs erhalten; mit demselben istauch das Musivcabinet verbunden. Besonders rühmenswerth ist das unter der Lei-tung des Pros. Fröhlich blühende musikalische Institut, in welchem Jedermann imGesänge oder auf einem Instrumente unentgeltlich Unterricht erhallen kann, undvon dessen Mitgliedern (Chor und Orchester zusammen 150 — 200 Personen)wöchentlich 2 Mal große Tonstücke mit hoher Präcision aufgeführt werden. Indemselben werden auch die Schullehrer Baierns musikalisch gebildet. Würzburg hat eine zur Universitätsstadt sehr günstige Lage, bietet ebenso einladende geselligeVerhältnisse dar, und das wissenschaftliche Gemeinwesen ist an Lehrern und Attri-buten tüchtig ausgestattet. Die Universität Würzburg steht — allein unter denbairischen Hochschulen — zunächst unter der Leitung einer in der Universitätsstadtbefindlichen Behörde, Curatel genannt. Es ist sehr zu beklagen, daß der reichlicheUniverntäksfonts so sehr mit fremdartigen Ausgaben belastet ist, welche cS (da ausder allgemeinen Staatscasse vor der Hand nur sehr sparsame Zuschüsse zu erwartensind) unmöglich machen, die Professoren auf eine Weise zu besolden, wie es den

*) Der Director dieser Sammlungen, Ms. Bonavita Blank , 0., geistl. Rath undPros., starb den 26 , Febr. 1827 in e. Alter von 87 Jahren.