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Zwölfter Band. W bis Z.
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TimcncS (Auguskin Louis, Marquis de)

Regent von Castiliensür seinen minderjähr. Enkel, den nachmaligen Kaiser Karl V.Auch hierbei hatte L. durch sein Ansehen und seinen Einfluß viel mitgewirkt. Er er-hielt vom Papste den Cardinalskut, wurde zum Großinquisitor von Spanien er-nannt und bekam einen großen Antheil an den Staatsgeschäften. Da er aberFer,dinands mißtrauische Denkart kannte, verließ er den Hof und ging in sein Erzbis-thum zurück. Die Bekehrung der Mauren und der Gedanke, diesen Ungläubigeneinige Provinzen zu entreißen, beschäftigte ihn vorzüglich. Er entwarf in dieser tAbsicht den Plan, nach Afrika überzus tzen, um die Festung Oran wegzunehmen, .!die in den Händen der Mauren war, und der auch von Ferdinand genehmigt wurde. ^T. wendete die Einkünfte seines ErzbiSthumS. des reichsten in Europa — es brachte ijährlich 300.000 Dukaten ein — zu diesem Zuge an. Eine Meuterei, welche unter -einem Theile der Truppen entstand, die keinen Geistlichen zum Anführer habenwollten, dämpfte er augenblicklich durch Strenge. Im Mai 1509 landete er ander Küste von Afrika . In erzbischöflicher Kleidung, über der er einen Harnisch trug,von Priestern und Mönchen, wie bei einer geistlichen Procesiion, umgeben, führteer selbst das gelandete Heer an. Es erfolgte bald in der Nähe von Oran eineSchlacht, in welcher die Mauren besiegt wurden. DieFestung wurde sofort erobert,und die Besatzung derselben niedergemacht. L. ließ Oran neu befestigen, verwan-delte die Moscheen in Kirchen und kehrte dann als Liegen nach Lpanien zurück, woihn Ferdinand feierlich empfing. Als dieser 1510 starb, und sein Enkel Karl nochminderjährig war, wurde M Regent von Spanien und bewirkte während diesernur 2 Jahre dauernden Regentschaft außerordentlich viel. Er brachte Ordnung indie Finanzen, bezahlte dieKronschuldcn und brachte die veräußerten Domainen wie-der an die Krone. Die span. Großen, die ihn wegen seiner stolzen und harten Be-handlung haßten, demüthigte er. Er stellte das Ansehen der Gesetze wieder herund sehte die span. Kriegsmacht aus einen respeceabeln Fuß. Alle seine Entwürfeund Ideen waren groß. Er besaß viel Klugheit und Slandhaftigkeit, war langsamin seinen Entschließungen, aber schnell in der Ausführung. Das span. Cabinethatte ihm noch lange nachher das Ansehen zu danken, in welchem es in Europa stand. Daß er die Wissenschaften sehr beförderte, ist schon oben erwähnt worden. —

A'. war ein wahrhaft großer Plann. Man hak ihni nicht ganz ohne Grund Stolz,Härte und selbst Grausamkeit vorgeworfen, aber die Umstände machten ein solchesBetragen bisweilen nothwendig; seine Strenge war vorzüglich gegendie Anmaßun-gen der Großen des Reichs cerichtet. Bei verschiedenen Gelegenheiten zeigte er sichalsMenschenfreund, und selbst sein Religionseiser verleitete thn nicht zu Grausam-keiten. AIS er beim Einzüge in das eroberte Oran tieMengedererschlagenenFeindesah, vergoß er Thränen. „Es waren Ungläubige", sagte er, „aberMenschen, dieman zu Christen machen konnte; ihr Tod hat mir den größten Vortheil des Liegsentrissen". Sein Leben und die Geschichte seiner Staateverwaltung ist von verschie-denen Schriftstellern beschrieben worden; s. unter andern „Ulstvwo <1n UarüiualXinx-nös, pur Uiöcstiior, evöguo <Ie Xismes" (Amsterdam 1700); „Historie vondem Staatsministerio des Cardinals LimeneS" (Hamburg 1791).

TimeneS (Augusiin Louis, Marquis de), ein bekannter franz. Dichter,aus einer ursprünglich span. Familie, geb. zu Paris d. 28. Febr. 1726, war in s.Jugend Soldat und focht in derSchlacht beiFontenay (11.Mai 1745); dann bil-dete er sich durch den Umgang mit den ausgezeichnetsten franz. Gelehrten des 18.Jahrh.; vorzüglich war er mit Voltaire eng verbunden, welcher mehrmals in dieAusgaben seiner Werke Verse von T. aufnahm. T. schrieb einige Trauerspiele,u. a. „Don Carlos", ein Gedicht: „Uorar an sönnt ronnnn", und ein andres, inwelchem er den Gedanken ausführt, daß die Wissenschaften ebenso zu dem RuhmeLudwigs X I V. beigetragen haben, wie dieser Monarch zu ihren Fortschritten. Zwei„DiiN'.uis" von ihm, der eine zum LobeVoltaire's, der andre über denEinfluß Boi-leau's auf s. Jahrhundert, werden geschätzt. Auch schrieb er „UetUe- -ur l, lXxx.