TimeneS (FranciSco) 431
vorgezogen. Nachdem er sich Ägypten in einem einzigen Feldzuge unterworfen hatte,glaubte er auch den schon von seinem Vater entworfenen Plan, Griechenland zuunterjochen, ausführen zu können. Er versammelte in dieser Absicht ein ungeheu-res Heer. Die Geschichtschreiber geben die Zahl desselben auf 1 Mill. Köpfe an.Wenn auch, wie sich mit aller Wahrscheinlichkeit annehmen läßt, die Griechen hier«bei wie gewöhnlich übertrieben haben, und der Troß an Weibern und Sklaven,welche dem Heere folgten, wenigstens die Hälfte desselben ausgemacht hat, so würdedie Macht des T. doch immer hinreichend gewesen sein, die Griechen zu erdrücken.Aber was vermag selbst das größte Söldlingeheer gegen die Begeisterung eines nochso kleinen Volkes, das für den eignen Herd, für Weib und Kinder kämpft! T.setzte mittelst einer Schiffbrücke über den Hellespont . Die Griechen erwarteten ih,ren Feind an der Grenze des Landes, in den Engpässen von Thermopylä(s. d.). Nachdem hier der heldenmüthige Leonidas (s. d.) mit seinen Spar-tanern im I. 480 gefallen war, drang Zc. mit Übermacht weiter vor und ver-brannte das von den Einwohnern verlassene Athen . Da« erste Seetreffen beiArtemistum war für keinen Theil entscheidend gewesen, hatte jedoch den Griechenneuen Muth eingeflößt, und das zweite Treffen, bei Salamis (s. d.), in wel-chem, nach Angabe der Geschichtschreiber, 2000 persische Schiffe gegen 380griech. fochten, siel für die Perser unglücklich aus. T. ließ seinen Feldherrn Mardo-nius in Griechenland zurück, der aber nicht lange nachher bei Platää 413 gänzlich ge-schlagen wurde. Er selbst ging vor Scham und Unwillen nach Pei sien zurück undlebte im Harem, während die gesetzlose Willkür der Satrapen überhand nahm. End-lich ward er 461 durch den Obersten seiner Leibwache, Artaban, ermordet, wel-cher den jüngsten Sohn des Perxes, Artayeryesl. Langhand, auf den Thron sehte.
Pimenes (Francisco), Cardinal, Erzbischos von Toledo und span.Pre-mierminister, ein berühniter und wirklich großer Staatsmann, dem Spanien sehrviel zu verdanken hatte, war 1431 zu Torrelaguna , einem kleinen Orte in Alkca-stilien, wo sein Vater Advocat war, geb. Er studirte zu Salamanca , reiste hier-auf nach Rom und brachte eine päpstliche Bulle mit, welche ihm die erste offen wer-dende geistliche Pfründe in Spanien zusicherte. Der Erzbischof von Toledo weigertesich, ihm eine Stelle zu geben, und da Zr. über diese Zurücksetzung sich zu heftig ge-äußert hatte, ließ er ihn in dos Gefängniß setzen. L. kam jedoch wieder in Freiheitund erhielt eine geistliche Stelle im Kirchsprengel Siguema, dessen Bischof, derCardinal Gonzalez Mendoza, ihn zu seinem Großvicar ernannte. Er trat nachherin den Franciecanerorden, wurde Beichtvater der Königin Isabelle von Casttlienund 1495 Erzbischof von Toledo . Diese Würde nahm er erst nach vielem Weigernan, und es war ein ausdrücklicher B-fehl des Papstes nöthig, um ihn dazu zu be-wegen. Er bewies sich als Erzbischof sehr thätig, indem er für die Armen väterlichsorgte, eine Menge Mißvräuche abschaffte und streng darauf hielt, daß die öffentli-chen Stellen mit redlichen und geschickten Männern beseht wurden. DenGeistli-chen seines Sprengels gab er weise Vorschriften, bewukie, aller Widersprüche un-geachtet, eine Reform derBettelorden in Spanien , giünteie 1499 die Universitätzu Alcala de Henares und unternahm einige Jahre nachher ein Werk, welches alleinschon ihn berühmt gemacht haben würde: eine Ausg. des Alten Testaments in 6Sprachen. (S. Polyglotte) Früher schon (1514) hatte er ebenfalls zu Hena-res eine AuSg. des Neuen Testaments in der Urspiache veranstaltet. Zt.'S Thätigkeiterstreckte sich auch auf andre Gegenstände. Es herrschten in der königl. Familie Un-einigkeiten. Philipp von Östreich, Sohn des Kaisers Maximilian 1. , haue sichmit Johanna, der einzigen Tochter Ferdinands des Katholischen von Aragontenund der Isabella, Königin von Castilien , vermählt. Nach dem Tode der letzternerhielt Philipp, da s. ine Gemahlin die einzige Erbin ihrer Mutier war, das König-reich Cast.lien. Dies gab zu Uneinigkeiten zwischen ihm und seinem S chwieaerva-ter Anlaß, die L. beseitigte. NuchPhilippssrüheinTote(1506)wr.rteFcrdtnand