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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zarskoje Selü Zauner

ster an der St. -Marcuskirche in Venedig zur Feier des Seesieges bei Lepanto auf-führte. Der jetzige Tonkünstler wird sich nicht seicht entschließen, seine ziemlichsieif geschriebenen Werke zu studiren, würde aber über den Zustand der Musik im16. Jahrh, manchen Aufschluß darin finden.

ZarskojeSelö (Sarskoje Selü, d. i. Sara« Dorf, von dem Taufna-men einer ehemaligen Besitzerin, als der Ort noch ein Dorf war), ein kaiserl. Lust-schloß, 25 Werste oder 3j deutsche Meile südlich von Petersburg , von wo aus eineChanssee durch sehr einförmige Gegenden führt. Katharina l. legte hier ein Lust-schloß an, das Elisabeth (Nil ) vergrößerte und verschönerte, und dem Katha-rina ll., deren Lieblingsausenthalt es war, mit großem Kostenaufwande seine da-malige Pracht und herrlichen Anlagen gab. Das große, 3 Stockwerk hohe Schloßist prächtig verziert, selbst die äußern Gesimse und architektonischen Verzierungensind vergoldet; doch ist, mit Ausnahme Dessen, was Katharina II. schuf oderveränderte, das Meiste in antikem Geschmacke. Man bewundert vorzüglich diegroße Paradetreppe, den Saal mit Spiegelwänden,, die Capelle, die Porzellan-zimmer und den Bernsteinsaal, in welchem die Wände von oben bis unten mitB ldbauerarbeit aus Bernstein verziert sind. Die Zimmer enthalten prächtigeMeublen und schöne Gemälde, auch ist hier eine Galerie mit Bronzen, von Künst,lern der petersb. Kunstakademie verfertigt. In den Gärten, die in engl. Geschmackvon einem Deutschen, Namens Dusch, gut angelegt sind, findet man eine Eremi-tage mit Statuen und Vasen, rbm. und goth. Tempel, Pyramiden, und untermehren Säulen und Obelisken auch Denkmäler und Triumphbogen, welche Ka-tharina ll. einigen Männern, die sich unter ihrer Regierung auszeichneten, demGrafen Rumjänzoff und den Brüdern Orloff, hier errichtete. Den Eingang desGartens ziert jetzt ein kolossaler Triumphbogen in antiker Form, von gegossenemEisen errichtet, mit der Inschrift: „Meinen theuern Waffenbrudern geheiligt".Bei diesem Lustschlosse liegt die Stadt Sofia, womit jetzt Zarskoje Sel» vereinigt,und wo vor mehren Jahren ein kaiserl. Lyceum für die Bildung von Civildeamtenerrichtet worden ist. Das kaiserl. Schloß, in welchem sich das Lyceum befand,brannte 1820 ab. (Vgl. Petersburg.) Man s. die Beschreib, in Louton's^Encyklopädie des Gartenwesen»" (deutsch, Weimar 1824).

Zauberei, s. Magie.

Zauberlaterne, Laterna magica, heißt ein optischer Apparat, mittelstdessen kleine aufGlas gemalte Figuren im Dunkeln vergrößert an einer Wand dar-gestellt werden können. Die Vergrößerung geschieht durch 2 in ein Gehäuse vonLaternenform gesetzte Linsengläser, von denen das erste die Strahlen so auf daszweite sendet, als ob sie von einem entlegenern Gegenstände kämen, als das Gemäl-de ist. Um das Bild desto stärker zu erleuchten, ist an der Rückwand der Laterneein Hohlspiegel angebracht. Die Zauberlaterne hat auf die Erfindung des Son-nenmikroskops (s. d.) geleitet. Über den mehrfachen Gebrauch dieses Instru-ments s. Wiegleb's und Funk'S „Natürliche Magie".

Zauner (Franz, Edler v.), Hofbildhauer, Professor und Rath der kaiserl.Akademie der bildenden Künste zu Wien , war geb. zu Feldpatan im Kaunerthaleim deutschen Tirol 1146. Die Lust zur Bildhauerei zeigte sich früh bei ihm, erbildete sie bei einem Vetter, der Bildhauer war, aus. Der Trieb, sich zu vervoll-kommnen, brachte ihn 1166, arm an Geld, aber reich an Kunsteiser, nach Wien .Er arbeitete 5 Jahre bei dem geschickten Pros. Scbletterer. Jede Ncbenstunde be-nutzte er, um theils nach der Natur, theils nach den wenigen vorhandenen Abgüs-sen der Antiken sich zu bilden, und so bahnte sich sein Genie den eignen Weg, freivon. dem Zwange der Schule. Der Hofbildkauer Bayer gebrauchte ihn bei denArbeiten zur Verzierung des Garten» zu Schönbrunn . Rastloüs, selbst in derNacht fortgesetztes Studium brachte ihn so weit, daß er nun wünschte, unter eignem