Zea (Insel) Zea (Don FranciSeo Antonio) 489
Namen etwas Schönes auszuführen. Bald fand sich Gelegenheit. Es sollten Sta-tuen zu einigen Brunnen in Schönbrunn verfertigt werden. Z. meldete sich deß-halb bei dem kunsiliebenden Fürsten Kaunitz, der ihm auftrug, binnen 15 Tagenein Modell zu einem der Brunnen zu arbeiten, die 3 größten östreich, Flüsse vorstel-lend. Das Modell erhielt Beifall, Z. führte /S nun im Großen aus, erwarb sichdadurch die Gunst der Kaiserin Königin Maria Theresia , sowie des Fürsten Kau-nitz, und wurde 1776 als Pensionnair des Hofes nach Rom geschickt, woersich4Jahre hindurck theoretisch und praktisch ausbildete, und 1781 nach Wien zu dererledigten Professur der Bildhauerkunst berufen wurde. Hier brachte er das in un-bestimmte Mamer ausgeartete Studium der Bildhauerei auf richtigere Grundsätzezurück, die ihm die Natur, in Verbindung mit der Antike, darbot. Von eignenWerken führte er aus: Klio, die Muse, sitzend dargestellt, in carrarischem Mar-mor, für den Fürsten Kaunih; das Denkmal der gräfl. Fries'schen Familie zu Deß,lau; 4 kolossale weibliche Karyatiden, am Palaste des Grafen von Fries am Io-sephsplatze zu Wien; 2 Brustbilder Kaiser Franz II. ; Hymen, im Museum desGrafen v. Fries; die in Bronze gegossene kolossale Bildsäule, die Kaiser Franz >l.seinem Hheim Joseph ll. zu Ehren auf dem Iosephsplatze beider kaiterl. Burgin Wien 1807 errichten ließ. Nach der Idee des Künstlers sollte die« Monument,Z.'S berühmtestes Werk, einfach, edel und erhaben sein, wie es der große Monarchselbst war. Er wählte daher den Moment, wo der geliebte Herrscher in ruhigemSchritte zu Pferde sitzt, den Arm sanft vor sich hingestreckt, und in der Mitte sei-nes Volks, für dessen Wohlfahrt wachend, einherreitet. Durch das römische Co-stum, durch die Architektur des Piedestals und durch die Wahl der Verzierungensuchte er das Ganze im reinen antiken Geschmacke zu hakten. In den Basreliefsbezeichnete der Künstler Josephs Reisen und seine Liebe für Ackerbau, Handel undWissenschaften. Diese Bildsäule ist jetzt fast die größte in Europa . Z. veranstalteteden Guß in Bronze ganz nach einer von ihm selbst ausgedachten Methode, erhieltdie Erlaubniß, die Statue erst im Kleinen zu gießen, und hierbei lowol als bei demso schwierigen Guß im Großen bestätigte der glücklichste Erfolg alle Erwartungen,sodaß der Künstler am 19. Sept. 1800 die Figur des Kaisers, und am 26. Febr.1803 die des Pferdes in der möglichsten Vollkommenheit aus der abgenommenenForm hervorkommen sah. — Das Denkmal Kaiser Leopolds II., von Z. in wei-ßem Marmor gearbeitet, befindet sich in einer Seiteneapelle der Augustiner - Hof-kirche in Wien . Es stellt diesen Monarchen auf einem Sarkophage liegend vor, ingeharnischtem Anzüge, mit röm. Mantel. Über ihn gebeugt liegt die weinende Ger-mania, im langen Trauermantel. Außerdem hat man von diesem Künstler vieleBüsten in Marmor, welche die treffendste Ähnlichkeit und viel Ausdruck mit einersehr feinen Ausarbeitung vereinen. Er starb zu Wien d. 3. März 1822. ÜV1.
Z ea (Zia), die alte Keos, eine fruchtbare griech. Insel, dem Vorgebirge Su-mmn in Attica gegenüber, 3; , mit 5000 E. In der Stadt gl. N. hat ein
griech. Bischof seinen Sitz. Unter den Trümmern von Julis oder Julia, einer der4 Städte, die einst auf dieser Insel blühten, und einer der schönsten des Alter-thums, ward die Parische Chronik (f Marmorchronik) gefunden. Die StadtZea liegt ausder Stelle des alten Karthäa. Über die Alterthümer dieser schönen In-sel hat zuerst Bröndsted 1810 genaue Untersuchungen angestellt. Wir bemerken,daß bei der großen Bevölkerung der alten Keos den Leuten, die über 60 I. alt wa-ren, erlaubt wurde, sich selbst das L-ben m nehmen. Der Greis versammelte dannseine Freunde, und nach einem festliche» Abschiede trank er, die Stirn mit Kränzenumwunden, einen Becher voll Mohnsaft und entschlummerte. Bröndsted's Nachr.von Zea in s. „Vnv. In Orece", 1. (Paris 1826) sollen aus Villoison 'gHandschrift!. Bemerkungen (auf der pariser Bibliothek) entlehnt sein.
Zea (Don Francisco Antonio), Vicepräsidenl des CongresseS von Colombia ,