Zehen Zehnt <65
Dom Zechin ist der Duka ten (s. d.) wohl zu unterscheiden, indem in Italien ei-gentlich »ur Silberdukaten geprägt werden.
Zehen, die bekannten Theile der Füße, deren Zahl der der Finger gleicht,deren Strucknr der der Finger ähnlich ist, deren äußere Form und Größe aber vonder der Finger, der verschiedenen Bestimmung und Function wegen, abweicht. Siebestehen jeder aus 3 Knochen (die große Zehe nur aus 2); ferner besitzen sie, außerder Haut, dem Nagel, den Blut-- und lymphatischen Gesäßen und Nerven, denFlechsen der Muskeln, welche eine Bewegung derselben veranlassen, Ligamente undGelenkkapseln. Die Zehen leisten beim Gehen wesintliche Dienst»; beim Verlustederselben wird es unsicher, wankend, das Laufen ist kaum möglich Springt manvon einer Höhe herab auf die Zehen, so wird der Stoß durch die Gelenkverbindungderselben sehr vermindert. — Ihre häufigsten Krankheiten sind außer den Verwun-düngen, welche oft Starrkrampf veranlassen, die beschwerlichen Leichdorne; auchleiden sie sehr leicht von der äußern Kälte; die große Zehe ist oft der Sitz der Gicht(Potagra). Bisweilen sind sie überzählig, seltener ist ihre Zahl vermindert, manch-mal ist ihre Siellung von der normalen abweichend. Dies find die Fehler der er-sten Bildung dieser Theile.
Zehnt oder Zehnte ist eine Naturalabgabe, welche voi» rohen Ertrage desUrerzeugnisseS erhoben wird, aber doch nicht immer, wie man aus der Benennungschließen kennte (welche von der Abgabe der Juden an die Leviten herrührt), denzehnten, sondern bisweilen ten achten oder zwölften rc. Th-il vorn Ganzen des ro-hen Ertrags ausmacht. Der Zehnte wird bald nur von ten gewöhnlichen Geirei-dearten (auch Wein) entrichtet (großer Zehnte, gr^rse.-, olimc), was tie Regel ist,bald aber auch von den mit andern Gewächsen, Hülsensrüchten, Kraut, Wurzelnu. s. w. bebauten Feldern (Kleinodzehnte, Schmalzehnte, ,i>u,i»u5 ,Ii,»k->); Beideszusammen macht ten Feldzehnten, welcher als Reallast auf den Grundstücken liegt,und wobei es sehr streitig werden kann, ob auch von neuangelegten Feldern (Neu-brüchen, Rodland) Zehnten (Novalzehnten) gegeben werten müssen. Es kommtaber auch der Dorfzehnte vor, welcher von Gürten und Thieren gegeben wird.Fleischzehnte, Bluizehnre und lebendiger Zehnte. Auch von Bergwerksproduclenwird der Zehnte dein Staate entrichtet, wenn diese von Privatpersonen gewonnenwerden. „Von allen jenen ersonnenen Abgaben", sagt Arthur Poung mit Reg,,„ist der Zehnte am verderblichsten: eine wahre Brandschatzung, welche das Einkom-men des Landmanns so stark angreift, daß ihm aller Muth zum Fleiße geraubt undjeder Gedanke an Verbesserungen bei ihm verdrängt wird. In einem unoufyörli-chen Kriege gegen einander liegen Die, welche ten Zehnten heben, und Die, welcheihn zu entrichten haben. Unter dem scheine der vollkommensten Gleichheit ist dieseAbgabe die ungleichste von allen und verdient schon in dieser Hinsicht den bitterstenTadel. Diese Ungleichheit entsteht dadurch, daß sie vom rohen, nicht von, reinenEinkommen erhoben wird, welches Letztere doch allein Gegenstand der Besteuerungsein darf. Es gibt nämlich so fruchtbare Gegenden, daß die Hälfte ihres rohenErzeugnisses völlig hinreicht, das angelegte Capital mit dem gewöhnlichen G.winnstewiederzuerstatten, sodaß die Hälfte als Grundrente für den Giusdesih r übrigbleibt; dagegen gibt es wieder andre, die sehr unfruchtbar sind, und deren Anbau sogroße Küsten verursacht, daß zur Wiedererstattung des angelegten Capitals mit demgewöhnlichen Gewinnst« s der ganzen Ärnte gehören, svtaß nur s der Ärnle alsGrundrente für den Gutsbesitzer übrigbleibt. Der Zehnte kann also auf einemfruchtbaren Boden nur den 5. Theil der Rente, und auf einem unfruchtbarer, dftHälfte der Rente wegnehmen. Und ebensowie durch ihre Ungleichheit wirkt dieseAbgabe auch dadurch höchst nachtheilig auf den Nationalreichthum, daß sie jedekostspielige Verbesserung und Vervollkommnung der Bodencultur beinahe unmög-lich macht; denn da der Zehntherr immer mit ürntet, wiewol er zu den^crsten,