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Zwölfter Band. W bis Z.
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469
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Zeiten Zeitschriften 469

herrschte in diesem Zeitalter ein immerwährender Frühling. Unter Iupiter'S Re-gierung folgte 2) dos silberne Zeitalter. Jupiter theilte das Jahr m4 Jahreszeiten.Die Menschen, die vorher aus den Feldern and in den Wäldern gewohnt hatten,fingen nun an, Häuser zu beziehen und das Feld zu bauen. Darauf trat 3) daseherne oder erzene Zeitalter ein, in dem schon Wildheit and Liebe zu den Waffen sichzeigte, doch aber die Menschheit sich noch keiner Verbrechen schuldig machte. End-lich erschien 4) das eiserne Zeitalter. In diesem hörten Treue und Redlichkeit auf»und Betrug, Hinterlist, Habsucht und Gewalt traten an ihre Stelle. Man fing an,Schiffe zu bauen, die Felder auszumessen; man suchte die in der Ert e verborgenenReichthümer auf; man entdeckte das Eisen und schmiedete Waffen; es entstandenKriege, Raub und Mord, und Asträa floh Zum Himmel zurück. Die Gigantenfiürnuen den Himmel. Diese Darstellung Ovid 'ö ist von Dichtern und Philosophenvielfältig nachgeahmt und weiter bearbeitet worden. Hesiod stellt zwischen das eherneund eiserne noch das heroische, welches die griechische Hekdenzeit begreift. Eiwa»Ähnliches dieser Welialter findet sich in den Zugs der Inder. Über geschichtlicheZeitbestimmung s. Chronologie, Tabellen, Periode und Weltalter.

Zeilen. Dieses Ausdrucks bedient man sich 1) in der musikalischen Takt-lehre; 2). in der Rhythmik und Prosodie. Dort sind es die Th- ile des Takis, hierdes Fußes, und man redet hier wiedortvon guten und schlechtenZeiten, welchedurch Arsls rmd Thesis bestimmt werden. (S> d. und Rhythmus.)

Zeitgeist. Da die größten Mißve, ständnisse sich an diesen Ausdruck knü-pfen, und unter demselben die subjeciive Ansicht, die Wünsche und BedürfnisseEinzelner oder Mehrer, mit dem Bedürfnisse der Völker und Staaten einer Zeitallzu häufig verwechselt wird, so ist es zweckmäßig, in einem Werke, welches demGeist der Zeit entsprechend sein soll, eine Bestimmung desselben nicht zu übergehen.Der vielschreibende de Pradt, der auch gern als Organ dieses Zeitgeistes geltenmöchte, hält ihn für den Ausdruck der Bedürfnisse der lebenden Menschen und dasMaß ihrer Kräfte. Noch bestimmter spricht sich der geistvolle Übelen über ihn soaus: „Der Zeitgeist ist die Summe herrschender Ideen, die durch Inhalt oderForm einer Zeit eigenthümlich angehören und sie von andern unterscheiden. Frei-heit und Nothw ndigkeic erzeugen zusammen solchen Geist". Gewiß eine Bestim,uuing , von welcher das treffende Wort nicht gilt: „Dtnn was die Herrn den Geistder Zeiten nennen, das ist der Herren eigner Geist".

Z e i t g l e > ch u n g nennt man den Unterschied zwischen mittlerer und wahrerSonnenzelt (s. d.). Man stelle sich, um den nicht leichte» Gegenstand noch un-ter einem andern Gesichtspunkte zu beleuchten, eine eingebildete (mittlere) Sonnevor, welche den Aguator zur Iahresbahn hätte und denselben mit gleichförmigerGeschwindigkeit durchliefe. Diese würde mittlere Zeit, g'eich unsern Taschen-undPendeluhren, deren richtigen Gang vorausgesetzt, zeigen; wogegen die wahre, dieEkftptik mit ungleichförmiger Geschwindigkeit durchlaufende Sonne wahre Zeitmacht, welche jede richtig gestellte Sonnenuhr zeigt. Das heißt mit andern Worten,die Zeitgleichung ist der Unterschied zwischen der mittlern und wahren geraden Auf-steigung (s. d.) der -Ldonne: eine Erklärung, die Man vollkommen verstehen muß,wenn man inErwägung zieht, daß der mit der wahren Sonne zugleich culminirendeA^uatorgpunkt ihre wahre gerade Aufsteigung bestimmt. Unter den Lehrbüchernder Astronomie zeichnet sich in deutlicher Behandlung dieses Gegenstandes ausBote'S „Sternkunde" (3. A., Berl. 1808). D. A.

Zeitmaß, s. Tempo.

Zeitmesser, s. Chronometer.

Zeitrechnung, Zeitkunde, s. Chrsnokogie»

Zeit reuten, s Renten und Annuitäten.

Zeitschriften, Journale im weucrn Sinne» umfasse» alle regetmchis,fortgesetzte S.ammlungeii >M Nachrichten, hie duxch Neuheiz an sich oder durch