472 Zeitungen, französische
sie vor dem 8. Aug. 1829 an der Spitze der Contre-Opposikion, seit dem Ministe-,rium Polignac's aber wurde sie ein ministerielles Blatt. Sie wird von Achille deIouffroy redigier und hak 4166 Abnehmer. Der „vrspenn 1>I-,,m" hatte 1830unter den royalistischen Blättern die wenigsten Abnehmer, nur 666. In den erstenZeiten der Revolution zeichneten sich noch besonders als antirevolulionnair aus die„üMs, ele» -,j>ütre!>" (von Peltier geleitet) und der „ä,»i clu INI", sowie im Geisteder Revolution die „Liirqniguo sts l'aris" (von Condorcet, Noel u. A.), „T'uro-tour llu pennte" (von Freron ), das „Oonriiul cle In ee>ur et stv la vUIe"(v0N demnachherigen Marschall Brune angefangen) u. a. m. Die oft schnell auf einanderfolgenden Revolutionen hatten auf das Erscheinen und Verschwinden der pariserZeitungen großen Einfluß. Lange Zeit erhielt sich durch alle Revolutionen ungestörtund ununterbrochen das ,,4our„->l ,1» -nie". Durch feinen einfachen und dabeigeistreichen, aber von allem Parteinehmen freibleibenden Ton schiffte es alle Klip-pen der Revolutianvstürme glücklich vorbei, und es war eine Art von Sprüchwort,daß man, um nicht guillotinirt, fusilirt oder deportier zu werden, die Wahrheit wiedas üournal 0,1 snir zu sagen verstehen müsse. Das Directorium bediente sich des„koltsotour", um Frankreich und der Welt seine übermüthige Politik bekannt-zumachen.
Eine der wichtigsten pariser Zeitungen, welche 1191 begann und sich bis jetzterhalten hat, ist das „Onu,,,«! -1« (von 1804 — 14 und im März 1815
„ckournal llo I'ompir,-" genannt). Mit ihm verband die Redaction seit 1800 «in„4'e»lll>-lc>n", das die chch.',l; litte,:>i,c, umfaßte. Ausgezeichnete Talente be-mächtigten sich hier des kritischen Richterstuhles, wie Fiüvöe bis 1807; 'ihm folgteEtienne. Insbesondere hatte es an dem Abb>-, Geoffrov 13 Jahre lang einen Mit-arbeiter, durch den es so gehoben wurde, daß es bis auf 30,000 Erempl. abgesetzthabe» soll. Die pariser Zeitungen begnügten sich seitdem nicht mit politischen Nach-richten, sondern lieferten sämmtlich, in einem sog-n. bV„i!ü-in,i oder >m Blatteselbst, auch literarische und Theaiernachrichken. Für Beides zeigte Gwoffroy einaußerordentliches Talent, und er lieferte in diesem I'euiiletn,, sehr anziehend ge-schriebene Aufsätze, die sich durch Kenntnisse und Witz ebenso sehr als durch scharfeSatyre und Humor auszeichneten. Nach Geoffroy's Tode ist die 'Anzahl der Ad-uehiuer gesunken. Dann waren die besten Mitarbeiter an dem „0. Nb-its"Malcebrun, Hoffmann, und Duricquet im Dramaturgischen . Eine Zeit lang wares ein gehaltvolles ministerielles Blatt, da besonders Hr. v. Bill le und Chateau-briand ihre Ansichten darin mittheilen ließen. Als Chateaubriand aus dem Mini-sterium trat, wurde das,,0. Oc; OSIx,«-" durch ihn ein Opposition-blatt. Jetzt sinddie Netacroren desselben der Skaawralh Derlin-Devaup und Fiövöe. Sie sindRopalisten, aber den übertriebenen Ansprüchen der Geistlichkeit und des Adels ab-geneigt. Auch haben sie sich laut gegen die jesuitische Congregatun und gegen dasSystem des Hrn. v. Billcle ausgesprochen. Zm Z. 1850 zählte das „.1. cle- <lö-l,.,!>" an 9900 Abnehmer. ScitKürzem gehört auch der (1833Abneh-
mer) zu den Opposiiionsblättern, ist aber mehr lilerarisch und politisch als novelli-stisch. Der „l'i^aru" behandelt seinen Stoff meistens witzig.
Unter Napoleon war das Zettungsweftn in Frankreich, wie in ganz Europa ,mit Ausnahme Englands, gesunken und in Allem, was zur Polirik gehörte, bloßEcho Dessen, was der „älonileui", in welchem der Gewaltherrscher oft eigenhän-dige Paragraphen einrücken ließ, bekanntmachte. Nach s. Zurückkunst von Elba gestattete er den Zeitungen zwar Freiheit, aber sie wurde nur sparsam benutzt. Nachder Restauration wurden die Zeitungen unter Censuraussicht gestell:. Erst im Juni4819 hörte diese auf, und auch die Journale genossen einer unbeschränkten Preß-freiheit. Man hatte jedoch verschiedene Gesetzbestimmungen getroffen, welche dieUnternehmung, ein tägliches Journal herauszugeben, sehr erschwerten. Dennocherschienen mehre neue Zeitungen, z. B. „I.„ rennm-mo", au deren Spitze sich