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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zeughaus Zeugung 495

zusammenfällt. Um zu beweisen, müssen sie von eigner Wahrnehmung, nichtvon Hörensagen reden; ein Zeuge, welcher positiv sagt, daß er Etwas wahrgenom-men habe, wird durch andre, die es nicht bemerkt haben, nicht widerlegt. Siemüssen unbefangen, nicht nahe Verwandte eines Theils, nicht inkeressirt bei derSache, nicht als Betrüger, Meineidige und dergl. besirast sein. Zwei Zeugen,gegen deren Unb.fangenheit nichts einzuwenden ist (classischeZeugen), machen einenvollen Beweis, wenn ihren Aussagen kein Gegenbeweis entgegensieht; ein Zeugemacht nur den Anfang eines Beweises, welcher, wenn sonst kein Entscheidungs-grund vorliegt, durch einen Eid ergänzt oder weggeräumt werden muß. 37.

Zeughaus. Unter Zeug, womit dieses Wort zusammengesetzt ist, ver-sieht man 1) den Stoff, die Materie, woraus Etwas gemacht wird; 2) ein mecha-nisches Hülfsmittel oder Werkzeug, womit Etwas gemacht wird, z. B. Hebezeug,Reißzeug; 3) Gerälhschafken zu verschiedenen Bedürfnissen (Weißzeug, Tischzeug).Daher ist Zeughaus 1) jedes Gebäude, in welchem eine Menge Gerälhschafren oderWerkzeuge verwahrt werden, z. B. in Seestädten das Gebäude, worin man Dor-räthe zum Schiffbau hak, und beim Jagdwesen das Haus, worin das Jagdzeugaufbewahrt wird; 2) in, engern Sinne ein Gebäude zur Aufbewahrung von Ge-schütz und andern zum Kriege erfoderlichen Sachen. Das ausländische Wort Ar-senal (wahrscheinlich von -»H drückt noch mehr aus und bezeichnet zugleich einenOrt, wo Kriegsbedürfnisse (z. B. Geschütz, Schiffe u. s. w.) verfertigt werten.Zeug Meister, Zeugwürter sind Aufseher über gewisse Arten von Knegsge,räthschaften.— Generalfeldzeugmeister ist bei dem dstr. Heere ein Titel,der dem eines Generals der Cavalerie bei andern Heeren gleich ist, ohne alle Rück-sicht auf Artillerie; aber im ehemaligen Königreiche Polen hieß der Befehlshaberder Artillerie Kro n gro ßfeldzeug meiste r.

Zeugung. Es gibt nicht leicht einen Gegenstand, der von jeher, beson-ders aber in der neuern und neuesten Zeit, die Naturforscher so viel und angelegent-lich beschäftigt häkle, als die Enlräthselung des großen Naturgeheimnisses der Zeu-gung, wobei es auf Einsicht in die Art und Ursachen der Entstehung organischerWesen (der Pflanzen, Thiere und Menschen) ankommt. Es ist aber auch ein Ge-genstand, der für die Naturwissenschoft von der größten Wichtigkeit ist, und mankann behaupten, daß ohne die rechte Theorie der Zeugung keine wahre Naturwis-senschaft möglich ist; denn wie wenig wissen wir von der Natur, wenn wir nichtsvon der Enlstehzmg der Nalurdinge wissen! — Die erste Frage, woraus es hierbeiankam, war diese: ob alle Entstehung organischer Wesen durch das Dasein und dieVereinigung der beide» Geschlechter ^Begattung) bedingt sei oder nicht? und schonAristoteles entschied für das Letztere, nämlich für die Verneinung der Frage, indemer behauptete, das die niedern Thiere, z. B. Infekten, Würmer, aus der Wäh-rung oder Fäulniß todter Stoffe sich erzeugen könnten; und er nannte diese Er,eu-gungsart Acueiaii« -»Ojuivxc-,. Diese Meinung war lange Zeit herrschend, bisder itak. Naturforscher Redi (im 17. Jahrh.) die enlgexenges tzte Ansicht begründete.Man hatte nämlich die Entstehung der Maden ini faulenden Fleische b eher als tr.>vorzüglichsten Beweis für die äquivoke Erzeugung betrachtet, aber Redi bewies durchunzweideutige Versuche, daß diese Mad-n durch Eier entstehen, welche Insekun(besonders Fliegen) in das Fleisch legen, mithin nichts Andres als Larven von In-sekten sind, die sich durch Eier fortpflanzen. Von dieser Zeit an wurde die äqui-voke Erzeugung der Thiere und Pflanzen bezweifelt, und dcs berühmten Harv c y(s. d.) bekannter Ausspruch: „»»nie unimsi ei ovo" (alle Thiere entstehen ausEiern), war das Signal zu dieser einseitigen Ansicht, welche eine Zeit lang allgemeinherrschend wurde. Aber sie blieb nicht lange ohne Anfechtung. Die Infusorien(Aufgußthierchen) wurden entdeckt; und diese kleinern, nur mit bewaffnetem Auge(durch das Mikroskop) erkennbaren Geschöpfe (s. ZnfusionSthierchen), die