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Zwölfter Band. W bis Z.
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486 Zeugung

nie anders als während der Favlung thierischer oder pflanzlicher Substanzen ,'mWasser erscheinen, sprachen selbst deutlich genug für die Art ihrer Entstehung. Abc.»lne M inung, die durch allgemeine Annahme gleiMam sanceionirt ist, gibk jderMensch nicht so le'cht auf, sollte er auch zu den wunderlichsten Rettungsmitieln s.Zuflucht nehmen müssen. Ein solches Reikungsmiitel war die Erfindung einersonderbaren Hrpotbele, nämlich die Annahme einer sogenannten Allbesamung oderPanspermie. Dieser Annahme zufolge sollte die Atmosphäre mit einer unendlichenMenge unendlich kleiner Eier dieser Thierchen geschwängert sein, welche, noch derBereitung einer Infusion (Aufguß) durch die Fäulniß herbeigelockt würden, um sichin der faulenden Substanz, ihrem künftigen Nahrungssioffe, ausbrüten zu lassen.Diese sonderbare Hypothese, welche im vor. Jahrh. durch beinahe 8 Decennien sicherhielt und von den damals berühmtesten Naturforschern, z. D. Bonnet, Halier,Spallanzani u. a., vertheidigt wurde, stand mit einer andern, fast ebenso sonder-baren, der Einschachtelungshypoihese nämlich, in genauer Verbindung. Zufolgedieser letztern enthält die Mutter nicht nur den Keim der Frucht schon vor der Be-gattung, sondern die Keime aller sich entwickelnden Indivi.uen einer Gattung oderArt (ijwcies) lagen schon in der ersten Mutter in einander eingeschachtelt, sotaßdiese schlummernden Keime durch die Begattung nur zur Entwickelung erregt wurdenund noch gegenwärtig werten. Jene Hypothese der Panspermie wurde durch Blu-tnenbach, di,se der Einschachtelung der Keime zuerst durch Friedr. Wolf gestürzt,und gegenwärtig wird die universelle Zeugung, d. h. diejenige, welche, ohne Be-gattung organischer Individuen, durch allgemeinere Nalmprocesse geschieht, vonkeinem wissenschaftlichen Naturforscher mehr bezweifelt. Denn nicht nur die In-fusorien, sondern auch dav Dasein der Eingeweidewürmer find Beweise einer nichtindividuellen, sondern universellen EntstchungSart organischer Wesen, da das Ge-zwungene in der Erklärung der Entstehungöarl dieser Würmer, welche die Pansper-misten aus der zufälligenVerschluckung der Keime von Würmern teo süßen Was-sers herzuleiten genöthigt waren, sogleich in die Augen fällt. Alle wunderlicheHypothesen und willkürliche Erklärungsarten mußten von selbst fallen, sobald nurdie ersten Grundlinien einer wissenschaftlichen Zeugungstheorie gegeben waren.Diese waren aber so lange unmöglich, als man zur Erklärung derNalurerscheinun-gen noch nicht mit allgemeinen philosophischen Grundwahrheiten (Principien) zuWerke gehen konnte, sondern alles aus einzelnen Erfahrungen erklären zu könnenglaubte und daher auch den Act der Zeugung, ohne zugleich dessen Allgemeinheit an-zuerkennen, für einen ganz besondern nahm, der nur bei organischen Individuen(nämlich bei Thieren und Menschen bei den Pflanzen erkannte man da? Ge-schlecht und die Begattung viel später) vorkommen könne. Aus dem Stand-punkte, welchen gegenwärtig die Naturwissenschast erstiegen hat, muß die Zeugungals allgemeines Naturgesetz betrachtet werden. D»m zufolge ist die Entstehung allerDinge durch Zeugung bedingt, und es kann in der ganzen sichtbaren Natur n.chlSgeben, was nicht gezeugt worden wäre. Diese Behauptung stimmt auch vollkom-men mit dem Sprachgebrauch überlin, welcher alle Naturtinge Naturerzeugnisse(Naturproducke) nennt, und dadurch verräth, daß man sehr früh schon die Allge-meinheit jenes Naturges tzes geahnt habe. Wo aber von Erzeugnissen die Rede ist,ka muß auch eine Zeugung vorausgesetzt werden, was sich von jelbst versteht, weilsonst das Wort keinen seiner Ableitung entsprechenden Sinn Hütte. Was in derAhnung nur dunkel gefühlt wird, erhebt die Wissenschaft, wo sie es vermag, zurKlarheit und prägt es in deutlicher Dai stellung aus: eine Wahrheit, zu welcherauch die weitere Ausführung dieses Artikels eine» Beleg liefern möge. Alle Zeu-gung beruht aus einen, Gegensatze; dieser Gegensatz heißt Männlichkeit und A.Ab-lichtest, und diese Entgegensetzung ist ebenfalls keineswegs aufH.'stanzen, Thiere undMenschen,beschiankl, sondern ebenso allgemein als die Zeugung selbst. Die zeu-