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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zigeuner 615

häufiger trifft man sie in Dessarabien, der Krim , üMKvn--^ Ntlncpel und in der ganzen Türkei . Man kennt ihr äußeres Ansehen: die gelb»^*r Dlivenfarbe ihrer Haut, die Kohlenschwürze ihrer Haare und ihrer3*n, die blendende Weiße ihrer Zähne, wrßwegen manche ihrer Mädchen, vor«in Spanien , für groß« Schönheiten gehalten Meiden. Dazu kommt das, ihrer Glieder, welches selbst den Männern nicht fehlt, die übrigens ein

seit ^^EendeS, scheues Ansehen haben. Der Zigeuner ist schlank und gewandt»ober starkem Wuchs; seine Physiognomie zeigt Leichtsinn und(^^Michkeir. Sie haben selten feste Wohnpläßr. Wo es das Klima erlaubtUnd S'* ^hen deßwegen die südlichen Länder vor), sind sie hordenweise in Wäldern'^öden anzutreffen. Selten führen sie Zelte mit sich, sondern gegen die Win«sich E'schuhen sie sich durch den Aufenthalt in Hohlen und Grotten, oder sie Kauen^ ^öhütten, die einige Fuß in die Erde gegraben und vbenher mir Rasen, aufzparren gelegt, bedeckt sind. Zn Spanien, und selbst in Ungarn und Sieben«^.3'n, gibt es dennoch mehre, die Gewerbe treiben. Sie sind Gastwirthe, Pfer-Rvßhändler, Schmiede, bessern alte Kessel und Pfannen aus, verfertigen. ""Waaren, Nägel u. dgl. Einige arbeiten auch in Holz Löffel, Spindeln, Trö-oder sie helfen dem Landmann auf dem Felde. Man rühmt ihre Musikalische-- "wgr. Sie beschränkt sich überaus Instrumentalmusik, die sie meist nach dem

treiben. S" spielen die Violine, die Maultrommel, blasen Waldhorn,'"Ki' Zhre Tanzmusik ist froh und gefühlvoll, daher bei den Bällen

»di, "ssnbura gewöhnlich eine Bande Zigeuner spielt; auch bei den ungarischenygl polnischen Nationalignzen gibt es keine bessern Spielleute. Bei ihren Ratio«überhaupt ist ihre Mimik sprechend. — Die in Deutschland sonstsg.!""i"henden Zigeuner verübten meistens Gaunereien, indem die Weiber wahr-st Karte schlugen, die Männer aber ihre sogen, „starken MannSkünste"Kunstspringer, Seiltänzer rc.) trieben. 1801 entdeckte man in der Mark eine

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^'"sterhande, die sich das hohe Corps zum heil. Kreuz nannte, einen König hatte"chSkage hielt. Zhre Weiber sind in jüngern Zähren, besonders in Spa-

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sl >0 ' Tänzerinnen. Sobald sie etwas älter werden, treiben sie durchgkhends Wahr-es - ""b Chiroinainie. Dies Gewerbe ist ihnen durch die ganze Welt eigen undiig- ^"upiguelle ihres Erwerbes. Die Kindergehen bis ins 10. Jahr vollkommen' Erwachsene haben nur Hemd und Hose, oder Rock und Schürze, roth oderöiei rE"' keine Fuß- oder Kopfbedeckung. Bei den ansässigen Zigeunern aber ist^ ^leidersucht wahrzunehmen. Zu ihrem Hausgeiäthe gehört nothwendig, außerej^' Schüssel, Kessel, Pfanne, noch ein silberner Becher; zu ihrem Viehstandeöe„ o ^ "N Schwein. Zhre Nahrung ist ekelhaft. Unter den Gemüsen kie-lst Zwiebeln und Knoblauch, ganz nach morgenläntischcr Sitte. Sonst überFleisch ihnen willkommen, selbst das von verreckten Thieren; daher eineS'N , eh* für sie das willkommenste Ereignis ist. Zn Ungarn wurden sie vor eini-"n? ^0 Zähren beschuldigt, mehre Menschen geschlachtet und gegessen zu ha-^luch rvurde dies Verbrechen mit der größten Strenge an ihnen bestraft; den«

"ibt ihre wirkliche Schuld uncrwiesen. Unter den Getränken ziehen sie denlh„, "lwein allen übrigen vor. Taback ist ihre größte Leckerei. Sie kauen und rau-w"ü st^"l Mann als Weib, mit solcher Begierde, laß sie Alles hingeben, um

-v-berei zu befriedigen. Eine eigentliche Religion haben sie nicht. Unter denz?"en sind sie Mohammedaner, und in Spamen wenigstens, sowie m Sieden-nehmen sie christl chc Gebräuche an, aber ohne sich um Unterncht oder umz-j^iffe von geistlichen Dingen ZU bekümmern. Zn Siebenbürgen laffn sie ihreZ' oft mehrmals an verschiedenen L)rten taufen, um desto mehr Pathengrld*^^lNen. Die Ehen werden auf die rohesie Weise geschlossen. Unbekümmert"w, vh das Müdchem seine Schwester oder eine Fremde ist, heirathet sie beb