Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
Seite
520
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Zingarelli Zingg .

schält die Rinde im Mai. wählt aber dazu, um den Baum nicht zu todten, nur die ^junqen, dreijährigen Zweige, welche man ganz abschneidet, damit der Baum neu Itreibe. Nachdem man ,-i» äußere graue Schale sorgfältig von der eigentlichen Zünmt-rinde getrennt hat, trocknet man diese in der Sonne, packt sie dann in leinene Tücher,mit behaarten Fellen umschlagen, und bringt sie in den Handel. Der (Gebrauch des ^Zimmrs ist bekannt, so auch seine mancherlei Verfälschungen. Ein guter Zimmt imuß von schöner bellrochbiauner Far^e, m- zwar scharfem, aber zugleich angeneh- ^mem und süßem Geschmack sein. Der Ammitbau und die Zubereitung der Rindebeschäftigt an 25 Ollst Personen, die eine besondere Kaste bilden. Die Ausfuhr ist auf j6000 Ballen, zu 80 Pf, gestiegen. Das britische (Gouvernement halb große Gär- jten der Cultur dieses Baumes gewidmet; der größte ist bei Colombo. Aug denBlättern bereitet man em Ol, das der Gewürznelken-Essenz nahe kommt; die Wur- ^zel soll einen trefflichen Campher g'ben. Det'Handel mit Zimmt gehöi te bis 1822 <ausschließlich der ostind. Compaame, wurde aber seitdem freiges- ben — Zimmt-blüthe, ein dem Zimmt ähnliches Gewürz, das fast die Gestalt der Gewürznelkenhat, wird für die unentwickelte Blüthenkuospe des Zimmtbaums gehalten.

Zingarelli (Nicolo), ein berühmter und fruchtbarer Tonseher der letzteSprößling der echten neapolitanischen Musikschule, Capellmeister an der Peterskir-che inRom, war geb. zu Neapel k. 4. April 1752. Im 7. I. verlor er s. Vaterund wurde ins Conservatormm zu Loretto geschickt, um dorr die Musik unter Fena,roli zu erlernen. Hier waren Cunarosa und Giordanello s. Mitschüler. Um sichnoch fester in der Kunstiheorie zu setzen, nahm er bei dein Abt Lperanza Unterricht. -Als er das Conservatoi ium verließ, erhielt er die Capellmeistc: stelle zu Dorre dell'Annunziata. 1781 componirte er für das Theater S.-Carlo in Iseapel s Oper„Montezuma", welche Haydn sehr gefiel. 1785 ließ er in der Scala zu Mailand s. „Alzinda" mit vielem Erfolg auffüh'-en; denn er harte in diesem Werke eine keich«tere und einfache Manier gewählt. Seitdem schrieb er für alle ital. Bühnen, be-sonders aber für Mailand und Venedig . Seine besten Opern sind: ,,l'l> ,,,1>

«er««", „komcn <:6iu!ietta" (eine s. berühmtesten, auch in Deutschland geschätz-ten Opern, aus welcher die schönste Arie „Onchi.-I miointa. .azpetla" durch Crescen-tini's Vort>ag classisch geworden ist); ferner die Duffa „U nwrealo cl> äloiisie-b<arc>", „U L-mle eli 8->It1a^„:>", „Ua seealna r-ipit-üf II ritratto", und 2 treffli-cheOratorien: „Ua Oerini.ilvmme liberata" und ,.Il Irionlo cli Duville". 1789war Z. in Paris und gab s. Oper „^nti^vuo" (von Marmontel ), die aber wegen derdamaligen Unruhen nur 2 Vorstellungen erfuhr. Nach s. Rückkehr nach Italien widmete er sich ganz der Kirchenmusik. Er wurde nach Guqlielmi's Tode (1806)als Director der vaticanischen Capclle nach Rom b-rufen. 1811 wurde er von Na-poleon nach Paris berufen, dann aber von demselben zum Director eines neuerrich-teten Conservatoriums inRom (1812) ernannt; hierauf wurde er Capellmeisteran der Peterskirche. 1813 mußte er aber auf Napoleons Befehl Rom verlassenund sich als Director des neuen Conservatoriums nach Neapel begeben. Seit dieserZeit widmete er sich fast ausschließend der K n chcncomposition und führte ein Mönchs-leben. Er soll auf eine ital. Paraphrase d. s .,8i:,l>at mali-r" eine treffliche Compo-sition geliefert haben. Auch setzte er die Episode von llgolino ous Dante's „Hölle"(33. Ges.) für mehrstimmigen Gesang und sandte es 1808 dem Musikconfeivato-rium zu Paris zur Beurthei'ung ein. Z. ist tiefer als s. jüngern LandSleuke in dasWesen des Gesanges eingedrungen; daher wahre Sänger noch immer s. Werkeschätzen und sie wegen ihres ausdrucksvollen Gesanges gern vortragen.

Zingg (Adrian), Pros. undMuglied der k. Kunstakademie zu Dresden , lebtnoch fort durch eme Menge von Arbeiten, die alle zu ihrer Zeit ungetheilten Beifallfanden. 1734 zu SmGallen gssv, bildete sich Z. unter Wille zu Paris zum Ku-pferstecher aus und nahm jene reinliche Zeichnung an, die alle s. Hervorbringuazen