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fehl 174? zurückgenommen. Z. halle sich unterdessen in Berlin zum Bischof dermährischen Kirche einweihen lassen. Da er in Berlin nichr 'öffentlich auftretendurste, so hielt er eine Zeit lang Privaiandachten in seiner Wohnung, welche sehr ^besucht wurden. 1739 schrieb er eine Art Katechismus: „Das gute Wort t>S 'Herrn", und machte eine Reise nach Westindien aufdie Inseln Sl.-Thomas undSt.-Cr0ip, wo bereits von der Brüdergemeinde Missionen errichtet worden wann,um diese ganz einzurichten. In gleicher Absicht reiste er 1741 nach Nordamerika ,wohin ihn seine 16jährige Tochter begleitete. Hier suchte er auch unter einigen ent-ferritern indianischen Völkerschaften seine Gemeinde auszubreiten. Auf allen diesenReisen war er, außer den öffentlichen Vortrügen, die er hielt, und den andern Ge,schästen, die er bezweckte, fast unablässig mit Correspondcnze» und Bücherschreidenbeschäftigt, und man muß über die Thätigkeit des ManNeS, dir allerdings durch seinetreffliche Gesundheit unterstützt wurde, erstaunen. Er schrieb während dieser Zeitgegen 108 Bücher, theils zur Unterweisung und Erbauung seiner Gemeinde, theilsdie Entstehung Und Einrichtung der Brüderkirche Und seine Bestrebungen darzustel-len, theils Vertheidigungen gegen Angriffe auf seine Persönlichkeit und seine Stif-tung. Man findet darin Nicht selten herrliche Stellen, welche I. G. Müller in seinerSchilderung Z.'S (in den „Bekenntnissen merkwürd. Männer", Bd. 3, S. 166 fg„222 fg.) gesammelt hat, aber auch viele verkehrte Ansichten und anstößig, Äußerun-gen, wozu ihn seine vorherrschende Phantasie, Flüchtigkeit im Arbeiten und dasStreben, neu und originell tu scheinen, verbunden mit Mangel an Geschmack, ver-leiteten. Zumal sind seine Lieder, die unverändert im alten Gesangbuche der Brü-dergemeinde stehen, voll stuelkNder, zweideutiger und unanständiger Ausdrücke, be-sonders diejenigen Gesänge, worin er die mystische Verbindung des Seelenbräuti-gaMs Jesu mit seiner Broüt, der Gemeinde, schildert, und nicht minder anstößigwar seine Lehre vvm sogen. Multeramle des heiligen Geistes. Er fühlte jedoch inspätern Jahren selbst dasNarbiheillge dieser Verinungen, hätte gern viele s. Schrif-ten zurückgenommen, um sie durch gehaltvollere zu ersitzen, und bot alle Kraft seinesreichen und thätigen Geistes auf, seine Gemeinde auf einen bessern Weg zu leiten.Als er 1743 nach Europa zurückgekommen war, machte er eine Reise nach Liestand,wo sich bereits Glieder seiner Gemeinde befanden; der weitere Eingang in Rußland Wurde ihm jedoch Untersagt, und er sclbst aufkaiserl. Befehl unter milikairischer Be-deckung über die Grenze gebracht. Er machte hernach »u hre Reisen nach Holland Und England, hielt sich in leßterm Lande länger als 4 Jahre auf, und hatte die Be-friedigung, ungeachtet die Zahl seiner Gegner stets wuchs, doch die von ihm gestif-tete Gemeinde immer weiter verbreitet Und neue Missionen in andern Welttheilen,z. B. in Ostindien, in Trankebar, entstehen zu sehen. Nach so vielen Wanderun-gen vermählt, er sich zum zweiten Male mit Anna Nitschmann , die 1725 mit ihrenÄltern aus Mähren gekomnien und viele Jahre Älteste der ledigen Schwesternzu Herrnhut gewesen war. Er starb den 9. Mai 1760 zu Herrnhut , wo er aufdem Gottesacker der Brüdergemeinde begraben liegt. Ein ziemlich unparteiischesUrtheil über ihn, von einem seiner Zeitgenossen, steht in v. Lön's „Kleinen Schrif-ten", Thl. 1. Ausführlich schildern sein Leben: David Cranz in der „Alken undneuen Brüderhistorie" UndSpangeNberg's „Leben des Graf, n N. L. v.Zinzendorf "(Barby 1772^75,8 Thle.), woraus G. B. Reiche! (Leipz. 1790) und I.C.Du-vernois (Barby 1793) Auszüge lieferten. Müller hat in der angeführten geistrei-chen Schilderung sowol die Werke von Cranz und Spangenberg als die Schriftendes Grafen benutzt. Treffliche Worte über Z. und sein l8?erk hat Herder in bet„Adrastea" (4. BtS. 1. St.) gesprochen. Steffens hat ihn in s. NovellencykluS„Walsetk u. Leith" schildernd eingeführt. Auch Varnhogen von Ense hat im 5.Bde. s. Denkmale ein „Leben bes Gr. v. Zinzendorf" geschrieben (Berlin 1830).
Zirbelbaum, s. Pinienbaum.