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Zoll- und Mauthwesen
Getreides gerade die Ursache gewesen, daß im Inlande nicht leicht Mangel daranentstehen konnte, weil ebendeßhalb immer mehr Getreide im Lande erzeugt wor-den iväre, als das Inland bedarf, wenn anders das Land Kräfte hätte, mehr zuerzeugen. Aus diesem Grunde haben mehre Länder das Maulhsystem in Be-ziehung auf die Ausfuhr des Getreides geändert und lieber die entgegengesetzteMaxime angenommen, nämlich die Ausfuhr nicht nur zu erlauben, sondern selbstsie zu begünstigen, damit man immer sicher sein könne, es werde die möglichstgrößte Quantität Getreide im Lande erbaut werden, und dann würde es der inlän-dischen Consumlion nie oder doch höchst selten fehlen können. Um die inländischeGetreideproduclion noch mehr aufzumuntern, hielt man es vielmehr für rathsam,die Einfuhr fremden Getreides stark zu bezollen, damit fremdes Getreide immertheurer bliebe als das inländische. Aber die Folgen einer solchen Politik zeigten sichfast noch schlimmer als die der Ausfuhrverbote. Denn wenn nun die innere Be-völkerung zunahm, so reichte das bisher im Lande gebaute Getreide nicht mehr zuminnern Bedarf, und das Getreide wurde theurer. Der höhere Preis machte esaber allerdings möglich, daß theils durch den Anbau schlechterer Landstrecken, theilsdurch eine kostbarere Cultur, der bisherigen Felder mehr Getreide gewonnen, undalso die inländische, größer gewordene Consumtion befriedigt werden konnte. Alleinder hohe Getreidepreis war für die Armen nicht zu erschwingen, wenn nicht zu-gleich ihr Arbeitslohn propoi tionirlich erhöht, und den Arbeitslosen mehr gegebenwurde als bisher. Wa^n nun die Producte, welche die Arbeiter verfertigten, wiees gemeiniglich der Fall war, für ausländischen Absah berechnet, so wurde die Stei-gerung ihrer Preise, wegen des höher» Arbeitslohns, eine Ursache der Abnahmedieses Debils, und es konnten folglich die Arbeiter nicht mehr so vielB-schäftigungerhalten. Es entstand daher in solchen Länder» die schrecklichste Noth unter denarmen und arbeitenden Classe», indem es ihnen an Mitkstn fehlte, die nöthigenNahrungsmittel, wenn es auch nicht daran fehlte, zu bezahlen. Und so wurde derZweck, das Wohlsein des Volks durch diese Politik zu bewirken, auch hier verfehlt.Ware die Gclreideproduction ganz der Freiheit überlassen worden, und hätte derStaat weder die Einfuhr noch die Ausfuhr des Getreides durch sein Mauihsystembefördern wollen, so würde das Nationalwohl bei vollkommener Freiheit weit siche-rer erreicht worden sein. Denn die Nachfrage, sie mochte nun von Innen oder vonAußen kommen, würde ganz von selbst die Produktion in dem gehörigen Maßehervorgelockt haben. Länder, welche, begünstigt durch das Klima und die Frucht-barkeit ihres Bodens, so viel NahrungS- und Lebensmittel leichter und wohlfeilerhervorbringen als andre Nationen, werden diese damit versorgen und von diesendafür andre Natur- und Kunstprodukte empfangen, welche, wenn sie solche selbstmachen sollten, ihnen theurer zu stehen kommen würden als ihre Landesproducte,die sie dorthin liefern; bei solchem ftvien Tausche aber könnten beide Nationen sichwohl befinden. Sollten aber die Länder, welche sie auf diese Weise mit Lebensmit-teln versorgen könnten, eine so unweise Politik annehmen, wonach sie den Zugangder fremden Ledcnsmitteln durch hohe Einganggzölle erschwerten, so würde der nie-drige Preis der nothwendigsten Lebensrnittel, der durch dergleichen esperre ent-stände, für ein solches Volk selbst die stärkste Triebfeder werden, sich diejenigenPioducte, die ihnen sonst die andern Völker lieferten, selbst zu fabriciren, indemdie Niedrigkeit der Nahrungsmittel den Arbeitslohn bei ihnen so niedrig stellenwürde, daß sie unter solchen Umständen die sonst von andern Völkern, welche jetztden Verkehr mit ihnen verschmähen, ihnen gelieferten Producte wohlfeiler machenund an ihre Landsleute verkaufen könnten; dadurch heilten sie denn auch Gelegen-heit, das Getreide, was sie sonst den Ausländern zuführten, an ihre eignen Mit-bürger abzusetzen und von diesen die nöthigen Fabrik- und Manufacturwaarendafür einzutauschen. Eine solche Veränderung würde zwar jenen Völkern anfangs