Band 
Zwölfter Band. W bis Z.
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Zucker, Zuckerstoss

gepflanzt, nachdem man schon lange vorher Llhornzuckcr gewonnen hatte, den selbstdie Wilden aus dem Safte des Zuckerahorns auf eine einfache Weise zu gewinnen 'wissen. Die fortgeschrittene Chemie lehrte in neuern Zeilen den Zuckerstoff aus vie-len europäischen Pflanzen scheiden, wie Glaubcr aus Trauben, Marggraf schon ^1111 aus Runkelrüben, Parmenlier aus süßen Kastanien und Mais. Marggraf'sEntdeckung wurde seit 1196 von Achard >m (Großen ausgeführt. Die Versuche, IErsatzmittel des Rohrzuckers zu finden, gaben besonders während der durch das Con- 'tinentalsystem veranlaßten Hemmung des Hantels mit Colonialwaaren der Betrieb-samkeit viel Beschäftigung, und in Frankreich und Deutschland wurden vorzüglichTrauben und Runkelrüben datu benutzt. Als man durch genaue Zerlegung mitden Bestandtheilen des vegetabilischen Zuckerstoffo bekannt geworden war, kam zu-erstFourcroy auf den (bedanken, aus künstlichem Wege Zucker zu erzeugen, aberKirchhof in Petersburg vollendete diese Entdeckung, indem er Slärkezucker in flüs-siger und weicher Form gewann. — Der Saft dcsZuckerrobrs zaeclimn-

1nr->) besteht aus Wasser, krpstallisirbarem Zucker, nicht krystallifirbarem Zuckerund verschiedenen andern Bestandtheilen. Die Läuterung beruht daraus, den kry-stallisirbaren Zucker von den übrigen Stoffen zu scheiden. Das reife Rohr wirdabgeschnitten und in den Zucke, Mühlen zwüch.n 3 senkrecht stehenden hölzernen undmit Eisen beschlagenen, oder eisernen Walzen so lange ausgepreßt, bis es ganz tro-cken wird. Das ausgepreßte Rohr, das man m den franz. Colonlen lio-u-,5e nennt,dient zur.Feucrung. Der gewonnene Saft (, e«»n) wird alsdann in einem kupfernenKessel mit Holzasche und Kalk gekocht, um die überflüssige Säure sogleich zu neulra-lisiren. Dieses Absieden wird nach einander in 3 verschiedenen Kesseln wiederholt.Der eingedickte Saft wird in den Kühlboitich gefüllt, und dann, so lange er noch .warm ist, in Fässer geschöpft, die aus einem Roste über einer Cisterne stehen, undaus dem Boden mehre mn Rohr verstopfte Löcher haben. Die flüssigernTheile desSaftes (Melasse genannt) tröpfeln durch jene Öffnungen, und werden zum Theilzu Rum destillirt, während die gelblichen eingedickten krystallisirbaren Theile zurück-bleiben, die man Rohzucker, Foiinzucker oder Moscovade nennt. Alan rechnet,daß 200 Pfund Zuckerrohr 100 Pf. Saft geben, woraus man 251 Pf. Rohzuckererhält. (Die Beschreibung dieses Verfahrens findet man in Edward 's „Geschichtevon Westindien".) Jener Rohzucker, der dui ch den Einfluß des Klimas und Bo-dens in Geruch, Geschmack und Farbe verschieden ist, wird zum Theil schon aufden Zuckerinseln geläutert. Alan ihul die noch warme Moscovade in kegelförmigethönerne Gefäße, welche auf ihre, mit einer verstopften Öffnung versehene Spitzegestellt werten. Nach der Abkühlung wird der Pfropf herausgezogen, um denSvrup oder die Melasse ousiröpftln zu lassen, worauf die Grundfläche des Zuckersin der Form mit nassem Thon bedeckr wird, dessen Feuchtigkeit die ini Zucker nochbefindliche Melasse verdünnt und nach und nach wegspült. Aus den britischen Zu-ckerinseln ist dieses Verfahren jedoch nicht so allgemein üblich als auf den französi-schen. Der aus diese Art geläuterte Zucker, den man Thonzucker unk in Frank-reich Cassonade nennt, wil d alsdann aus den Formen genommen, Mehre Tagegetrocknet, gepulvert und nach Europa geschickt, wo man ihn noch einmal läutert.Bei diesem Rafsmwen wird die Cassonate nnl Kalkwasser aufgelöst und mit einemZusah von Ochsenblui — statt dessen man in neuern Zeiten in den europäischen Raf-finerien thierische Kohle lveikchlreKnochen) angewendet hat — gesotten, wodurchdie ün Rohzuckernvch befindliche Säure ausgeschieden, und das rückständige pstan-zensaure Salz zersetzt wird, alsdann durch abei'inaliges Sieden concenlrirt, m dieKühlpfanne geschöpft und in ihönerne Formen gefüllt, worin man sie auf die obenangegebene An mittelst feuchten Thcns von dem nicht krystallisirbaren Syrup be.freit. Endlich werden die aus den Formen genommenen Zuckerhüre mit einer Tem.xeratur von 40° Roaumur getrocknet und in Papier geschlagen. Der raffinine Zu