Zugvogel Zumsieeg 563
ken. Einen großen Raum des Landes nehmen der Zuger -und der Egerisee ein. DieEinw. beschäftigen sich fast ausschließlich mit Viehzucht und Obstbau. Das Volkbesitzt die höchste Macht und übt sie theils in der Landesgemeinde, theils in den ver-fassungsmäßigen Gemeinten, deren Abgeordnete im dreifachen Landrathe sitzen.Der dreifache Landralh ist die gesetzgebende, und der Cantonsraih die vollziehendeBehörde. Zum Bundesheere stellt der Canton 250 M., und der Geldbeitrag be-steht aus 1250 Schweizerfranken. — Der Hauptort ist die Stadt Zu g, mit 2800Einw., am Zugerfee und ani Fuße des Zugcrberges, in der angenehmsten Lage, vonblumenreichen Wiesen, Obstgärten, kleinen Weinbergen und schöne» Landhäusernumgeben. Den See begrenzt gegen Mittag der Rigi , hinter ihm steigt derPilatusaus, und in der Ferne ragen die beschneitenGipfelder bernischcnHochgebirgehervor.
Zugvogel, s. Vogel.
Zuidersee (Sütersce), ein Meerbusen (57 s^M.) der Nordsee , von denniederländ. Provinzen Holland, Oberrssel und Fi iesland re. umgeben. Früherscheint er ein See gewesen zu sein, dessen nordwestlicher User von den Wellen ver-schlungen wurde, wie man aus der Lage der Inseln Tepel, Vsieland und der Sand-bänke schließt, welche an seinem Eingänge die Schissfahrt sehr unsicher machen.Der Handel von Amsterdam beruht vornehmlich auf keiner Lage an der Zuidersee.Im Süden steht der Busen mit dem harlemer See (Meer) in Verbindung. Unterden sich hmeinergießenden Flüssen ist die Pssel der größte. Die große Fläche machtbei Stürmen die Schifffahrt für kleine Fahrzeuge sehr gefährlich. Indessen ziehtman den Weg über ihn vom südlichen Holland nach Frieeland vor, um den Umweglängs der Küste zu ersparen. Da? 2), der Panipus, sind Theile des ZuiderseeS, wo-von da? erstere ein Busen ist, zu welchem der letztere als Meerenge führt. Das Vmacht die Verbindung mit dem harlemer Meere.
Züllichau, Kreisstadt im Regierungsbezirke Frankfurt der preuß. Pro-vinz Brandenburg, liegt 24 Meilen von Berlin , 1 Stunde von der Oder, hat4700 E., ein Schloß und ein mit einer Erziehungsanstalt und seit 1766 mit einemPädagogium verbundenes Waisenhaus, welches von dem Nadlermeister Steinbart1719 gestiftet worden ist. Es blüht unter der Leiiung des Hofraths Sleinbart.Auch befindet sich hier ein Schuliedrerseminar und ein Postamt. Zülbchau hatWeberei, Gerb.rei u. a.Fabriken. Es gehörte nebst dem züllichauerKreise(14^jM.,30,000 E.) zu dem Herzogihum Krossen, das 1538 an Brandenburg kam und mitder Neumark verbunden wurde.
^ Zumsteeg (Johann Rudolf), der berühmte deutsche Liedercomponist,Sohn eines würtembergischen Kammerlakaien, wurde 1760 zu Sachsenflur imSchüpfergrunde im Rütercanton Odenwald g b. und auf Bitten seines Vatersspäter in die milikairische Pflanzschule auf der Solitude bei Stuttgart aufgenom-men. Anfänglich bestimmte man ihn zum Bildhauer, aber sein musikalisches Ta-lent sprach sich zu deutlich aus, als daß man hätte anstehen können, ihn von einerBahn zurückzuhalten, auf der er in der Folge mir so vi lem Beifall wandelte. Dieherzvgl. Capelle war damals reich an vorzügliche» Mitgliedern, Z. genoß den Un-terricht der vorzüglichsten Meister mit vielem Erfolge. Schon während seiner aka-demischen Laufbahn componirte er mehre Singspiele, Cantaten und die Gesänge zuSchiller's „Räubern", dessen Iugendgefahrte und vertrauter Freund er war. Alser hierauf als Violoncellist bei der herzog'. Capelle angestellt wurde, componirte erKlopstock'S „Frühlingöfeier", eine Messe und mehre Balladen und Lieder, wodurcher sich den Beifall des Hofes und des Publicums in dem Grade erwarb, daß ernach dem Abgänge des Capellmeisters Poli (1792) zum herzog!. Concertmcister undDirectvr der Oper ernannt wurde. Am 27. Jan. 1802 endete ein Schlagfluß s.thätiges Leben, indem er eben den Abschiedsmonolog der Johanna von Orleans zucomponiren beschäftigt war. Er war der erste deutsche Componist, der Balladen