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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zunftwesen

mit Begleitung des Pianoforte durchcomponirte und darin eine Zeit lang das ent-schiedenste Glück machte. Wem find nicht „Des Pfarrers Tochter von Taubenheim",s. „Ritter Karl von Eichenhorst", „Die Büßende", „Lcnore ^ u. a. m. bekannt?Auch s. Lieder und Romanzen gehören zu den ausgez ichnetsten und gefälligstenLiederconiposttionen der Deutsche», besonders ist s. „Kolma" ein treffliches Pro-tuct. Unter s. Opern sind die „Geisterinsl" (nach Götter), „Elbondokani" und„Das Pfauenfest" die gelungensten. Gleichwol wollte man auch in ihnen den §la-viercomponisten wiedererkennen. Außerdem hak er einige deutsche Kirchencantatencomponirt. Die meisten s. Compvsiiionen hat er bei Breiikopf und Härtcl in Leip-zig erscheinen lassen. In der Wahl s. Texte und in der teclamatorischen Behand-lung derselben zeigt sich ein mit Poesie befreundeter Sinn. -Leine Melol ien sindleichtsaßlich und vornehmlich im Sentimentalen treffend. Dagegen fehlt es ihm anCharaktermanniqfaltigkeit und tiefer Originalität, besonders zu kräftigern Schilde-rungen. Seine Begleitung kommt uns jetzt etwas leer und einförmig und s. Bässeoft gewöhnlich vor. Auch in Hinsicht der Modulation beschäftigt er die Einbildungs-kraft nicht genug. Dies ist wol der Grund, warum jetzt s. Balladen und Lieder sel-tener gesungen werden; doch gibt es mehre derselben, welche, mit einfacher Bedeut-samkeit vorgetragen, überall ansprechen müssen und als Muster des wahren Liede«angesehen werden können. Als Mensch war Z. hoher Achtung Werth. Der Bild-hauer Dannecker hat s. getroffene Büste zuni Besten s. Witwe verkauft. Seine hin-terlassene Tochter hat sich ebenfalls durch Liedercompositionen bekanntqemacht.

Zunftwesen. Eine Zunft oder Innung (von Einigung) heißeeine Ge-sellschaft von Gewerbleuten, die zur Betreibung ihres Gewerbes ausschließend be-rechtigt sind und eine bestimmte gesellschaftliche Verfassung haben. Die BenennungGilde (vgl. d.) wird zwar zuweilen gleichbedeutend mit jene »Ausdrücken gebraucht,scheint sich aber nicht auf eine Verbindung von Handwerkern zu beschränken, son-dern auf polit. Zwecke sich zu beziehen, und die Gilden, ursprünglich Verbindungenvon Kausieuten, waren älter als die Handwerkerinnungen. Das Wesen der Zünfteberuht auf dem Rechte der Gewerbetreibenden, als moralische Personen Verordnun-g n über Gewerbsangelegenheiten zu machen und die verbindende Kraft derselbenauch auf Andre außer ihrer Genossenschaft auszudehnen. Diese Befugnis, die Au-tonomie, war mit der Zunftverfassung f it ihrer Entstehung auf das genaueste ver-bunden und besteht noch immer in einzelnen Äußerungen, obgletch das St, eben derStaatsgewalt, sich alle Gewerbverhältnisf unterzuordnen, die ehemal'ge Unabhän-gigkeit der Zünfte immer mehr beschränkt hat. Schon im frühern Alterthum gab«s Abtheilungen des Volkes nach s. Beschäftigungen, aber die aus Ltammvcrschie-denheit entstandenen Kasten (s. d.) der Indier, Ägypter u. s. w. lassen sich niit denGewerbgenossenschaften der neuern Zeit nicht vergleichen. Bei den Römern hinge-gen gab es Handwerkergesellschasten (evllogia et ccu poir, ozütioim), die insofernmit den Innungen des neuern Europa verglichen werden können, als auch sie morali-sche Personen bildeten und das Recht hatten, Statuten zu errichten. In der letztenZeit des Freistaats erschienen diese Gewerkschaften nicht fl en als politische Parteien,und eben dies gab bei der Gründung der monaichischen Gewalt 'Anlaß zur Beschrän-kung desEinsiusseg derselben undzurhrertheillveisenAufhebung. InItalien, derWiege des freien Bürgerstandes im Mitt'lalker, und besonders in den lombardischenStätten, mögen Überreste jener römischen Einrichtungen oder Erinnerungen andieselben bei ker Stiftung derZünfte mitgewirkt haben, die sich von selbssals treff-liche Mittel darboten, den Bürgerstand emporzuheben und ihn durch Einigung zueinem Gegengewichte des Adels zu machen. Mit dem Aufkommen der Städte,als Sitzen der ausgebildetern Betriebsamkeit, und der Gründung städtischer Ver-fassungen, beginnt die Ausbildung der Zunfteinrichtungen, und der Hauptgrund,warum sich im Mittelalter die mLuMelle Gewcrbsamkeit neben der Landwirth -