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Zwölfter Band. W bis Z.
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Zweibrücken Zweifel

teres ist der Zweck selbst, indem er der Bestimmungsgrund der wirkenden Ursacheist, und er hecht Endzweck, wenn er der höchste Zweck ist, welchen ein Objecthak, welchem dann alsHauptzweck verschiedene I^ebenzwecke (ii»«-s 5eaun,1mH)untergeordnet sein können. Ein Ding aber hat einen äußern Zweck, wenn es Mit-tel ist für die Erreichung eines von ihm verschiedenen Zweckes. In dieser äußernoder relativen Zweckmäßigkeit beruht Das, was wir Nutzen und Brauchbarkeitnennen, und es kann eine äußere Zweckmäßigkeit auch ohne innere stattfinden;aber sie setzt doch Etwas voraus, was einen innern Zweck hat, und für welches sieMittel ist. Die innere Zweckmäßigkeit ist aber die Übereinstimmung einesDingesmit dem in seinem Begriffe liegenden Zwecke. Sie findet statt, wo die Formund Materie Eins ist, der Gegenstand also in sich zweckmäßig ist, z. B. der Or-ganismus. Absoluter Zweck kann aber kein bloßes Naturwesen sein. (S. Te-tralogie.)

Zw eibrücken (sranz. Drnx-l'ontH, eine jetzt zum Rheinkreise des Kö-nigreichs Baiern gehörende Stadt, ehemals d'e Hauptst. eines besondern Für-stenkkunis gl. N. im oberrheinischen Kreise. Nach dem Absterben der ehemaligen(Nasen von Zweibrücken kam dieses Land (1390) an das Haus Pfalz . In derFolge wurde es das Fürstenthum Aweibrücken genannt. Aug diesem Hause stammtKarl Gustav, der, als s. Verwandte, die Königin Christinn von Schweden, 1654dieRegierung niederlegte, von den schwedischen Ständen zum König gewählt wurde.Nach dein Tode seines Enkels, Kar's XII. (1718), kam Zweiblücken an einen dernächsten Verwandten, und nach dessen unbeerbtem Absterben an die Nebenlinie despfälzischen Hauses Birkenftld. Bon dieser pfal;zweibrück,n>birk?nfeldischen Liniestammt das jetzige königl. bairische Haus ab. (S. Baiern.) Das Fürstenlbui»Zweibrücken wurde während des Revolurionskrieges von den Franzosen defekt,durch den luneviller Frieden mit dem übrigen linken Rheinufer an Frankreich abge-treten , und machte nachher einen Theil des Dcpart. des Donnersbergs aus. Esenthielt auf 36 j^M. 70 000 Bewohner. Durch den Frieden zu Paris am 30.Mai 1814 wurde es an Deutschland zurückgegeben und gehört jetzt größkentheilszum Rheinkreise des Königreichs Baiern ; der übrige kleinere Theil gehört zu denOberrheinischen neuen oldenburgischen, sachsen-koburzisch-m und Hessen -hombur-güchen Besitzungen. Wichtig ist der Krapp- und Hopfenbau. Das ehemals wich-tige Landgestüt von Zweibrücken hat der vorige König von Baiern wiederherge-stellt. — Die Stadt Zweibrücken ist gut und regelmäßig gebaut, bestehtaus der Altstadt, Neustadt und Vorstadt, liegt in einer angenehmen Gegend,von Anhöhen und Gehölz umgeben, und hak 800 Häuser mit (im I. 1822) 6332E. (ohne die beiden Vorstädte, welch? 826 Einwohner zählten). Es ist hier einGymnasium und der Sitz des AppellationSger>chts für den Rheinkreis. Das großeherzogl. Residenzschloß, sonst eins der prachtvollsten Fürstenschlösser Deutschlands ,liegt jetzt in Ruinen, die zu einer katholischen Kirche umgebaut worden sind. Zuden ausgezeichneten öffentlichen Gebäuden gehören die Stadtkirche und die such.Kirche. Zweibrücken hak Tuch-, Leder- und Tabacksfabriken. In der Literar-geschichte ist Zweibrücken nicht unbekannt. Es erschien hier ehemals eine gut ge-schriebene sranz. Zeitung (,,0-,/kite cle Drux-I'nnlx"), und von 1779 an gabeine Gesellschaft von Gelehrten in der hiesigen herzogl. Druckerei eine Reihe voncorrecten Handausgaben griechischer, römischer und sranz. Classiker heraus.

Zweideutigkeit, s. Amphibolie.

Zweifel heißt derjenige Zustand der Seele, m welchem entgegenstehendeGründe für und gegen die Wahrheit einer Sache sich dos Gleichgewicht halten.Dieser Zustand der Ungewißheit ist vernünftig, wo er seinen Grund in der Sachehat, indem man nämlich die Richtigkeit der Beweisgründe oder die Richtigkeit derSache selbst nicht einsieht. Weil bei dem Übergänge von niedern zu höher» Stu-