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Türkei und Griechenland (1824)
dem Levantehandel Gesetze vorzuschreiben und Italien zu überziehen. Dann würdeGriechenland — diese ehrwürdige Ruine des classischen Alterthums — für immervernichtet, die Pforte aber — der sogen. Schlußstein des europäischen Staalenge- ^wölbeS— kaum noch der Schatten der letzten Khalifen von Bagdad gewesen sein;Europa aber hätte in die Berechnungen siiner SlaatSkunst eine neue See--, Kriegs:und Handelsmachk aufgenommen: die wiehdraufgelcdte Macht eines Sesostri-den — Barbaresken in Griechenland !
Dies konnte geschehen, als Missolunghi gefallen war. Doch fetzt erwachte .Europa ; und zugleich der Zorn Mohmud's, gleich dem eines schlummernden Lö- lwen. — Werfen wir daher einen Blick auf die Geschichte der letzten Jahre dieses eKampfes, seit 1824 bis zur Anerkennung eines unabhängigen griechischenStaates von der Pforte am 23. April 1830. —Wir haben gesehen (s. Grie-chenaufstand, und Rußland), daß ein russischer Geschäftsträger in Kon-stantinopel , Herr v. Minziacky, die seit 1821 zerrissene Verbindung zwischenbeiden Staaten im Januar 1824 wieder anzuknüpfen suchte. Der Haupkgegen-stand der Unterhandlung betraf die völlige Räumung der beiden FürsteillhüMerMoldau und Walachei von türkischen Truppen, inGemäßheit der Verträge vonKainardschi, Jassy und Bucharest . Der großbrit. Gesandte, Lord Strangsord,und der östreich. JnternunciuS, Baron von OttenfelS, unterstützten Rußlands gerechte Foderung. Lord Strangsord ward von der Pforte mit großer Achtung be-handelt; denn sie verdankte es dem britischen Einflüsse am Hose zu Teheran , daßder letzte Friedensverkrog mit Persien endlich am 28. Jan. 1824 bestätigt wurde.Allein die Unterstützung, welche besondere Vereine in England und einzelne Bri-ten, wie Lord Byron , den Griechen durch Anleihen, ') Waffensendungen undpersönlichen Beistand leisteten, machte die Pforte unwillig, und sie verlangte amS. April, daß die brit. Regierung ihren Unterthanen alle Theilnahme an der griech.Sache verbieten solle. Indeß waren bereits die brit. Osficiere, welche unter dergriech. Fahne gefochten hatten, zur Rückkehr nach England aufgefodert worden.Das gute Vernehmen mit Rußland schien hierauf noch mehr hergestellt zu sein, daeine große Zahl neutraler Transportschiffe, russische, östreich. u. a., für den Ka-pudan Pascha gemiethet wurden, der den 28. April aus den Dardanellen segelte,um Jpsara und Samo« zu zerstören. Zu gleicher Zeit hatte Derwisch, Paschavon Widdin, al» Seraskier Walissy, d. h. Oberbefehlshaber der otlomanischenTruppen, den Befehl erhalten, in Morea einzudringen, während der Pascha vonNegroponte an der Küste von Attika und Omer Vrionek (in der Folge Pascha vonSalonichi) an der Westküste von Hellas den Feldzug eröffnen sollten. Auch wares der Pforte durch glänzende Zusicherungen gelungen, den Vice.rnig von Ägyp-ten , Mohammed Ali zu bewegen, daß er von seinem durch franz. Ofsiciere aufeuropäischen Fuß eingerichteten Heere 20,000 Mann, unter dem Befehle feinesSohnes Jbrahun Pascha, nebst einer Flotie, deren Transportschiffe ebenfalls ausgemietheten ruff., östreich., span. und ital. Fahrzeugen bestanden, zur Unterwer-fung der Griechen dem Großherrn zu Hülfe schickte. Ein Brand in Kairo verzö-gerte jedoch den Abgang der Expedition um einige Monate.
Unterdessen war in Griechenland nach dem glorreichen Ausgangs des Feldzugsvon 1823 der frühere Zwiespalt aufs Neue ausgebrochen. Die Partei des Man-rokordatosss. t.), welche an die Stelle der Häupter derHeiairisten getreten war,bestand aus hykriotischen Kaufleuten und aus den aufgeklärtesten Männern derNation; sie bemühte sich, eine gesetzlich freie Verwaltung zu begründen und dieFirnanzen zu ordnen. Maurokordaw >ar Präsident des gesetzg, wenden Körpers, hattesich aber, vor der Mililairparte., o,e in Morea das Übera .uchl hatte, zurücktre-
*) Die griech. Anleihe zu London von 8vo,vov Pf. St. ward zu is für lou ab-geschlossen.