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Türkei und Griechenland (1824)
tend, noch Westhella« begeben. Die»Hällpter jener Militairpartei, bke Kapitä-nes (s. d.), schienen sich an die Stelle der ehemaligen türkischen Paschas und Be-drücker des Landes sehen zu wollen. Einer der ersten war Kolokotronis, durch Sie,gesruhm (v. I. 1822) der Mächtigste im Dollziehungsrache. Don Tripolizza aus,in der Mitte der Halbinsel, vertheilte sich seine Foction nach allen Seiten. PanoS(s. Sohn), einer der schönsten Männer eines schönen Volks, befehligte zu Nau-plia (s. Napoli di Romania ), dem Sihe des Raths; die Besatzung vonAkrokorinth bestand aus den Anhängern jenes stolzen, kühnen und reichen Feld,Hauptmanns. Nach Kolokotronis kam MaurvmichaliS, ehemals Bei der Mai-noten, dem Namen nach Vorstand des Vollziehungsrathes. Negris. der geweseneMinister der auswärt. Angelegenheiten, hakte sich zu Odysseus begeben, der zuAthen und in ganz Osthellas eine von der Centralregierung ziemlich unabhängigeStellung behauptete. *) Diese Kapitanis erhoben, ohne sich an Regel und Ord-nung zubinden, Alles, was sie für sich und ihre Palikaris brauchten, sodaß nurin dem Seewesen zu Hydra und in Westhellas, wo Maurokordakos befehligte, einegeordnete Verwaltung möglich war. In Missolunghi griff Lord Byron , als neuerMitbürger, thätig ein; er und der Obrist Stanhope (s. d) organisirten die Ar-tillerie; Byron selbst leate Schulen und Druckereien an. Diese und andre Phil-hellenen wirkten durch Rath und That für die Herstellung einer gesetzlichen Ord-nung. Insbesondere bemühte sich der zu Kranidi (am östlichen Ufer des Golfs vonArgoliS) versammelte gesetzgebende Senat, der Willkür, mit welcher die Glieder desDollziehungsraths verfuhren, Einhalt zu thun. Der Bericht über die Anklage-punkte gegen den Präsidenten Mauromichalis und andre Räthe, vom 31. Dec.1823, enthielt so auffallende Thatsachen von Despotie und Eigennutz, daß derSenat den bisherigen Dollziehungsrath auflöste und zu Mitgliedern des neuen denHydrioten Georg Konduriotis als Präsidenten, und den Spezzioten Panajotis Bo-lassis als D^eprästdenten ernannte; Beide waren gute Patrioten und die einfluß-reichsten Einwohner ihrer Inseln, übrigens aber ohne ausgezeichnete Talente.Johann Koletti war das dritte, und Nikolas Londos das vierte Mitglied. Diefünfte Stelle, welche später Anagnostes Spiliotakis erhielt, war dem Kolokotro-nis bestimmt, der sich aber, ungeachtet Lord Byron's Vermittelung, beharrlich wei-gerte, den Senat und Dollziehungsrath anzuerkennen. Dieser letzte erklärte nun-mehr, den 14. März 1824, Nauplia zur Hauptstadt von ganz Griechenland undzum Sitz der Centralregierung. Allein Panos verschloß derselben die Thore; erward daher als Rebell behandelt, und Nauplia zur Wee und zu Lande eingeschlos-sen. Akrokorinth und mehre Kapitanis, wie Nikitas u. A., unterwarfen sich derRegierung. Selbst Kolokotronis räumte mittelst VertragsTripolizza am 15. April.Hierauf nahmen der Senat, und am 22. Mai auch die Regierung ihren Sitz zuArgos. Endlich bewirkte der Übertritt der Besatzung des HauptforlS von Nauplia den Abschluß eines Vertrags mit Kolokotronis, der sich mit allen seinen Anhän-gern, gegen Zusicherung einer völligen Amnestie, unterwarf. Nunmehr übergabPanos am 19. Juni Nauplia mit der Citadelle Palainedes, wohin sofort der Senatund die Regierung ihren Sitz verlegten. Eine allgemeine Amnestie endigte denBürgerkrieg. — Während dieser Unruhen arbeiteten die Griechen in Westhellasan der bessern Befestigung von Anatolikon und Missolunghi (s. d.), dem Boll-werke des Peloponnss. Da entdeckte man in dieser Stadt eine Verschwörung, denPlatz dem Iussuf Pascha zu überliefern. Die Sulioken, mit Lord Byron's neuenEinrichtungen und mit dem Einflüsse der Fremden überhaupt sehr unzufrieden,begingen grobe Ausschweifungen, und eine große Zahl derselben, welche aus denStadt verwiesen wurden, bemächtigten sich, urter Anführung eines gewissen Ka-raiekaki, am 12. April des Forts Wossiladi. Das Volk jedoch ließ sich von ihnen*1 Negris starb 1825 zu Nauplia .