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Türkei »nd Griechenland (1827) i
England mit ihm und Frankreich gemeinschaftlich, zu London am K. Juli 1821!den Paeisieationsvertrag Griechenlands . Canning wollte die Entscheidung dergriechisch-türkischen Frage leiten, ohne daß Rußland in einen Landkrieg mit der,Pforte verwickelt, und Europa dadurch von einem allgemeinen Kriege bedroht würde.)SeinTod (8.Aug. 1821) und Wellington'S (s. d.. 'Lord Goderichs Nachfolger)schwankende, ja zweideutige Politik vereitelten zum Theil Canning's edle Entwürfe.
Unterdessen hatte dasägypt. Heer fast alle Theile von Morea durchzogen und ineineEinödeverwandelt, ohne auch nureineinziges griech. Dorfunters.Gehorsam zubringen. Familien von allen Punkten Griechenlands drängten sich unter den Mauern'Nauplias zusammen und duldeten lieber alle Gräucl des Elends und Hungers, alsirgend einen Vertrag Mtt ihren muselmännischen Henkern einzugehen. Durch dieVerzweiflung wurden freilich manche dieser Unglücklichen zur Seeräuberei getrieben.)Indeß bestanden die meisten Corsaren in den griech. Gewässern, die nicht einmaldie griech. Flagge verschonten, aus Übelthätern und Verwiesenen aus den ionischen'Inseln, aus Dalmatien und Italien . Neue Scharen von Kriegern drangen ausden Gebirgen hervor, und Kvlokotronis griff mehrmals das von 300N Ägypternunter Solinian Bei (dem franz. Renegaten la Seye) vertheidigte Tripolizza an.Einfluß des Klima und Seuchen hatten das ägyptische Heer geschwächt. Dessen-ungeachtet konnte Tripolizza nicht erobert werden. Indeß traf die im Januar1826 zusammeuberuftne Volksversammlung zu Megara mehre Maßregeln zurEinrichtung der innern Verwaltung, besonders in Hinsicht der Rechtspflege undder StaatSeinnahme. Zugleich ward ein Zug nach Negroponte vorbereitet und derin Kandia 1825 wiederauSgebrochene Aufstand der Griechen unterstützt, wo Kar'rabusa von ihnen genommen wurde. — Allein Mangel an Geld und Lebensmit:teln, vorzüglich aber der Zwist der Heerführer, das Mißtrauen der von ihren An-sührern getäuschten Palckaren, und der Undank der Hellenen gegen die Philhelle-'nen oder Taktiker waren Schuld, daß keine wichtige Unternehmung gelang. Sogeschah es, daß Athen , nachdem die Griechen in dem Kampfe, der Athen ent-setzen sollte, feig geflohen waren, am 1. Juni 1821 mit Capitulation an ReschidPascha überging. Vergebens war Lord Cochrane , durch die schlechte Bauart dervon den Griechen theuer bezahlten Dampfschiffe in England lange aufgehalten, end-lich in Griechenland als Admiral an die Spitze der Seemacht, und General Churchan die Spitze der Landmacht, Beide im Dienste der Republik , getreten. Die Os-manen blieben im Besitz von ganz Ost- und Westhellas. Die Noth vermehrtenoch ein blutiger Parteienkampf in Nauplia selbst. Hier beschoß GrivaS, im Be-sitz der Feste Palamede , die Stadt, um Sold zu erpressen. Die Nationalregie-rung flüchtete sich auf die Insel Ägina. Jetzt wandte sie ihre Blicke nach Rußland .Sie wählte den Grafen Capodistriaü (s. d.) zu ihrem Präsidenten. DieserStaatsmann nahm darauf(13. Juli 1827) seine Entlassung aus demruss.Dienste,konnte aber erst am 22. Januar seinen hohen Posten antreten.
Unterdessen hatten die Gesandten der drei Mächte am 1b. Aug. der Pforteden londner Pacisicationsvertrag übergeben und darauf bis zum 31. Aug. Antwortverlangt. „Griechenland ", schlugen sie vor, „sollte sich selbst regieren, jedoch derPforte Tribut bezahlen". — Europa durfte jetzt um so mehr Griechenlands Selb-ständigkeit von der Pforte verlangen, damit die Lveräuberei in den griechisch-tür-kischen Gewässern aufhörte, welche die mit vielen Kosten verbundene Ausrüstungvon Kriegsgeschwadern nöthig machte, damit kein ägyptisch-afrikanischer Sklaven-und Räuberstaat Europas schönes Jnselmeer beherrschte, damit endlich gesetzlicheOrdnung an die Stelle blutiger Anarchie träte, welche zu unterdrücken die Pforteselbst weder die Einsicht hatte noch die Kraft. — Die hellenische Regierung pro-clämirte sofort (am 25. Aug.) den nachdem londner Vertrage eingetretenen Waf-fenstillstand; allein der ReiS-Effcndi wies am 31. Aug. jede Intervention der 3