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Türkei und Griechenland (1828)
Mächte zurück. Hierauf sehten die Kriechen ihrerseits die Feindseligkeiten fort,und die türkisch -ägyptische Flotte lief (8. Sept.) in die Bai von Navarin ein. Dar-auferschien am 13. ein britisches Geschwader, unter Admiral Codrington, vorderBai; mit ihr vereinigte sich am 22. ein französisches unter dem Admiral Rigny undein russisches unter dem Grafen Heyden. Sie verlangten von Zbrahim Paschakategorisch die Einstellung der Feindseligkeiten. Er versprach dies und lief miteinem Theile der Flotte aus, ward aber genöthigt, in die Bai zurückzukehren. Alser nun die Verwüstungen in Morea fortsetzte und auf die Beschwerden der Admiralekeine Antwort gab, so liefen die drei Geschwader in die Bai ein, wo die türkisch -ägyptische Flotte in Schlachtordnung stand. Von türkischer Seite fielen die erstenSchüsse, welche 2 Engländer tödteten. Dies war das Zeichen zu einer mörderi-schen Schlacht (20.Ocr. 1827^. Codrington vernichtete die osmanisch -ägyptischeArmada von 110 Schiffen; ein Theil ward verbrannt, ein Theil auf den Strandgejagt, die übrigen zum Fechten unbrauchbar gemacht. Heines strich die Flagge.Europa feierte den Sieg mit Hochgefühl. Nur derKöniq von Großbritannien nannteihn im Parlamente (30. Jan. 1828) ein verhängnisvolles (»nlu?er» e!) Ereigniß.')
Nun trat eine unfreiwillige Waffenruhe ei». Desto ärger trieben die See-räuber ihr Unwesen. Darum erließen die Admirale der drei verbündeten Geschwadereine heftige Erklärung an den gesetzgebenden Rath der Hellenen, und nach blutigenStrafen gelang es endlich, durch gemeinschaftliche Maßregeln die Sicherheit derMeere herzustellen, besonders nachdem die Briten den Hauptsitz der Corsaren zuKarabusa auf Kandia (28. Febr. 1828) zerstört hatten. Die Hellenen gingenjetzt zum Angriffskriege gegen die-Osmanen über; allein ihre Unternehmung aufScioS, wo sie die Citadelle vergeblich belagerten (vom Nov. 1827 bis zum 13.März 1828), war ebenso zwecklos als für die Bewohner verderblich.
Zm dumpfen Zorn über den Tag von Navarin legte die Pforte auf alleSchiffe der Franken in Konstankinopel Beschlag (2. bis zum 19. Nov.), und hob(8. Nov.) alle Verbindung mit den Gesandten der verbündeten Mächte auf, bisEntschädigung für die verlorene Flotte gegeben sei. Zugleich rüstete fie sich zumKriege. Überhaupt entfaltete der Sultan , seit der Aufhebung der Janitscharen(s.d.)im2uni 182tz, eine außerordentliche Willens- undThatkraft, um ein neuesHeer auf europäische Art einzurichten; er leitete persönlich die Übungen desselbenund feuerte durch alle Mittel, die ihm zu Gebote standen, den Muth der Moslemsan. Daher verließen am 4.Dec. 1827 der russ. Botschafter, Ribeaupierre, am 8.Dec. der franz., Guilleminot, und der britische, Stratford-Canning , Ksnstan-tinopel. Während ihrer Abwesenheit war der niederländ. Gesandte, Baron vanZuylen, Vertreter des russischen, französischen und britischen Hofes. Nun botzwar die darüber betroffene Pforte meiner Note vom 15., welche sie dem GrafenRibeaupierre, den widrige Winde im Bosporus zurückhielten, nachschickte, zu ver-söhnenden Maßregeln die Hand; allein damit stimmte der zum Kriege auffodernde,Rußland vielfach beschuldigende Hattischerif des Padischah an alle Paschas vom20.Dec. nicht überein. In deniselben sagte terGroßberr: „DiePforte habe sichgestellt, als ob sie das glaube, was die Minister der drei Mächte ihr gesagt". — , Esmüsse den wahrenMoülemS einleuchten, daß die Pforte nur, um Zeit zu gewinnen,bisher freundschaftlich zu Werke gegangen sei". (S. „Polst. Zourn,", 1828, St. 2.)Aus allen Theilen des Reichs wurden jetzt die Ayans — ein bisher ungewöhnlichesVerfahren — nach Zstambol berufen, wo man im Jan. 1828 mit ihnen die Dor-*) über die diplvmat. Ursachen der Schlacht bei Nova rin scbc man den Aufs.: „Diegriech. Revoliit. und die europ. Diplomatie", im „?or. (»usi-t. Uer.", i8rg, N. 9. EinZusatz von der Hand des Großadmirals Herz. v. Clarcnce (seit dem 6> Juni 1830 KönigWilhelm II.) zu der Depesche an den Admiral baue diesen eine Schlackt zu liefern er«iiiachtigt. Als Reste der ottom. Flotte aus der Schlackt vvn Navarin kebrien am EndeI82g i Linienschiff, 4 Freg. und 7 Briggs von Alexandrien nach Konstanrinorel zurück.
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