Einleitung.
^^ie Forstwirthschaft ist die praktische Anwendung allerjener Grundsätze und Regeln, nach welchen die Wälder — dieserSchmuck unserer Erde — am Zweckmäßigsten behandelt, d. h. ineinem stets ertragsfähigen Zustande erhalten, nachhaltig benutzt,mit möglichster Ersparniß von Zeit und Kosten neu bestanden ge-macht, und die verschiedenen Bedürfnisse daraus, der bürgerlichenGesellschaft zureichend befriediget werden.
Jene Zeiten sind vorüber, wo jeder sich klug genug dünkte,eine ihm anvertraute Waldfläche recht gut bewirthschaften zu kön-nen, und genug gethan zu haben glaubte, wenn er alljährlich eineParthie Holzes ohne allen Plan dem Walde entnahm, ohne daßder Abgang desselben diesem anzukennen war; wo man den so sehrirrigen Wahn hegte*), die Holzerziehung sei ein Geschäft,das die Natur ohne Einmischung überkluger Menschen besorge;die Holzgewinnung eine Sache, die allenfalls jeder Holz-hauer betreiben könne und die Verwendung des H,olzes einGegenstand, den jeder Bedürftige am Besten zu würdigen verstehe;wo man glaubte; der Betrieb der gesummten Forstwirth -schuft bedürfe blos eines robusten Mannes, welcherdie damit verbundenen Strapazen aushalten könne,auf wissenschaftliche Bildung komme es bei einemForstwirthe nicht so viel an: diese Zeiten sage ich, sind, Gottsei es gedankt, nun vorüber, und wo etwa diese Meinungen nochherrschen, sind sie nur das Produkt roher Unkenntniß vorgeschrit-
') Der selbst heutiger Zeit noch nicht ganz verschwunden zu sein scheint.
k. L