Band 
[Erster Theil. - Dritter Theil.]
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Einleitung.

^^ie Forstwirthschaft ist die praktische Anwendung allerjener Grundsätze und Regeln, nach welchen die Wälder dieserSchmuck unserer Erde am Zweckmäßigsten behandelt, d. h. ineinem stets ertragsfähigen Zustande erhalten, nachhaltig benutzt,mit möglichster Ersparniß von Zeit und Kosten neu bestanden ge-macht, und die verschiedenen Bedürfnisse daraus, der bürgerlichenGesellschaft zureichend befriediget werden.

Jene Zeiten sind vorüber, wo jeder sich klug genug dünkte,eine ihm anvertraute Waldfläche recht gut bewirthschaften zu kön-nen, und genug gethan zu haben glaubte, wenn er alljährlich eineParthie Holzes ohne allen Plan dem Walde entnahm, ohne daßder Abgang desselben diesem anzukennen war; wo man den so sehrirrigen Wahn hegte*), die Holzerziehung sei ein Geschäft,das die Natur ohne Einmischung überkluger Menschen besorge;die Holzgewinnung eine Sache, die allenfalls jeder Holz-hauer betreiben könne und die Verwendung des H,olzes einGegenstand, den jeder Bedürftige am Besten zu würdigen verstehe;wo man glaubte; der Betrieb der gesummten Forstwirth -schuft bedürfe blos eines robusten Mannes, welcherdie damit verbundenen Strapazen aushalten könne,auf wissenschaftliche Bildung komme es bei einemForstwirthe nicht so viel an: diese Zeiten sage ich, sind, Gottsei es gedankt, nun vorüber, und wo etwa diese Meinungen nochherrschen, sind sie nur das Produkt roher Unkenntniß vorgeschrit-

') Der selbst heutiger Zeit noch nicht ganz verschwunden zu sein scheint.

k. L