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Polyembryonie und Keimung von Caelebogyne : ein Nachtrag zu der Abhandlung über Parthenogenesis bei Pflanzen / von A. Braun
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leichter und öfter, aber im Ganzen, und solange die äufseren Verhältnissedieselben bleiben, doch auch nur ausnahmsweise. Jeder der die Pflanzen-welt in der freien Natur anhaltend beobachtet hat, der in seinem Urtheilvon dem Normalverhalten der Pflanzenarten, wie es da sich zeigt, ausgehtund sich nicht durch die abweichenden Verhältnifse, welche durch die Cul-tur herbeigeführt werden, zum Voraus irre leiten läfst, wird mir hierin bei-stimmen. Man vergleiche doch Hunderte oder Tausende von derselbenLocalität entnommene Exemplare von Jiadiola millegrana , Spergula Mori-sonii, Myosurus minimus, Alyosotis stricla, Arena caryophyllea, odervon der verwilderten Impatiens pareiflora , sämmtlich jährigen Pflanzen, diesich blofs durch ihren Saamen vermehren, und versuche es an denselbenaufser den völlig gleichgültigen ( 1 ) und zufälligen (grofsenlheils durch dieEinwirkung äufserer Umstände erklärlichen) Verschiedenheiten noch andere,durchgreifendere, in der ursprünglichen Natur der Individuen selbst begrün-dete Variationen aufzufinden. Oder man untersuche die gesellig wachsendeIsoetes lacuslris, eine 1 ilanze ohne alle Sprofsbildung, Exemplare ausdemselben See werden schwerlich andere Verschiedenheiten zeigen, als diedurch die verschiedene Tiefe des Standorts hervorgerufenen in der Längeund Richtung der Blätter, wenn nicht unter Tausenden vielleicht einesmit dreifurchigem (statt zweifurchigem) Knollen oder etwa ein zweiköpfigesMonstrum vorkommt. Man betrachte eine Wiese voll Trollius Europaeus ,Primula farinosa, Lychnis Flos c.uculi , ein Torfmoor voll Comarum pa-lustre, Drosera rotundifolia , intermedia etc., eine Salzwiese mit Glauxmaritima, Triglochin maritimum , eine mit Allium ursinum bedeckte Wald-strecke u. s. w. Es scheint mir eine Unmöglichkeit, an der Mehrzahl derExemplare andere, als ganz gleichgültige und zufällige Verschiedenheitenwahrzunehmen ( 2 ); als seltene Ausnahme mag hie und da ein wirklich ab-

(') Zu diesen rechne ich z. fl. die stellvertretenden Modificationen der Mattstellung.

( 2 ) Gegenüber dem hier Angeführten kann inan sich freilich auf die durchgreifende Ver-schiedenheit der menschlichen Individuen berufen, welche selbst innerhalb desselben Men-schenstammes, ja in derselben bamilie sich zeigt und gewifs nicht von zufälligen äufserenMomenten abhängt, sondern als ursprüngliche Mitgift betrachtet werden mufs. Allein hiebeiist nicht zu übersehen, dafs das Menschengeschlecht ein in weit höherem Grade beweglichesund bewegtes ist, als die Arten der fhiere und Pflanzen, indem ihm allein eine unablässigfortschreitende Entwicklung zukommt, innerhalb welcher die Verschiedenheit der Individuender Mannigfaltigkeit der Aufgaben, weiche gelöst werden sollen, entspricht, und wobei dem