571
serstande oder zwölf zoll darunter , heraufgehen. Auf diese Weise wird man dieStabilität des pfeilers sicher bewirken.
Was die Senkung der massiven Widerlager betrifft, so wird man sieb mit ei-nem Schuh unter dem niedrigsten Wasserstande begnügen , im Fall die Richtung desFlusses regulirt und das Widerlager einen soliden vorfufs erhalten hat, so dafs seineGrundpfähle nicht unterspühlt werden können , welches vorzüglich mit einem pfahl-und Schwellroste und mit Steinschüttungen, die in grofsen Tiefen auf einen Faschi„nenbau gelegt werden mögen, bewirkt werden kann. Auch wird bey reissenden Flüs-sen die Vorsicht nothwendig , alle Böschungen der Umgebung des pfeilers aus einemSchwellroste bestehen zu lassen und diesen mit Steinwurf zu füllen, worauf dann Plan-ken zu liegen kommen. Diesen Rost verbinde man aber mit der Oberfläche des Vor-pfeilers selbst. Auf diese Weise kann das in den Rost eingesetzte Steinpflaster nichtabrollen und in die Tiefe sinken. Müssen die Kopfe der Grundpfähle in der Nähedes Erdreichs abgeschnitten werden, so wende man das zur Erhaltung des Holzes be-reits von den Römern mit Erfolg gebrauchte Mittel an : man werfe rund um die pfählegut ausgebrannte Kohlen und bestreue den sehwellrost so wie die Deckplanken mitKohlenstaub. Bey den in der Nähe des Oeeans zu machenden pfahlfundirungen mufsder ingenier die im I. Bande S. Ö52. angeführten Mittel gegen den pfahlwurm gebrau-chen, .welche bey tiefen Fundirungen nicht nothwendig sind, weil dieser sohrwurmselten unter der Ebbe dem Holze schaden zufügt.
$. 3 81. Wir haben jetzt noch die Gründung auf felsigem soden zu erwäh-nen ; drey Fälle treten dabey ein. Es kann nämlich 1 ) der Felsen beym niedrigenWasserstande noch bearbeitet werden , alsdann verfahre man nach der im II. Bandebey der Gründung des Leuchthurms von Edistone s. 198 bis 199.' beschriebenen Me-thode, wornach stufenförmige Vertiefungen in diesen pelsen gehauen wurden, undlege auf diesen die erste Steinschiehte. Der zweyte Fall tritt ein, wenn der Felsenfünf Schuh unter dem niedrigsten Wasser liegt und eine ziemliche horizontale Flächebildet; alsdann bohre man Locher hinein , treibe in jedes Loch eine drey Zoll starkeeiserne Slange , welche unten zwey Federn hat, zwischen denen ein Keil gesteckt■wird. Dieser Keil treibt die Federn an den Umfang des Bohrloches fest an ; die Stan-ge selbst gehe zwey schuh in jeden auf den Felsen zu legenden Grundstein hinauf,worin ein Loch eingebohrt seyn mufs. Es versteht sieh , dafs man zu diesem Zweckso grofse steine als möglich anwenden müsse! Der dritte Fall findet statt, wennder, eine uniegchnäfsige obirfläche bildende Felsen sehr tief unter dem niedrigstenWasserstande liegt, so dafs weder der Bau in Kästen noch mit Fangedämmen bis zumFlufsbett hinab angewendet werden kann, und die vollständige Ableitung des Flusses,während des Brückenbaues, nicht ausführbar ist ; bey dieser Voraussetzung bleibtnichts übrig, als einen losen steinbau aufzuführen, denFlufs eine zeit lang etwas abzulei-ten oder auch auf den horizontal zu machenden .Steinwurf zuerst einen schwellrost,