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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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fürst von Sachsen und Herzog Ernst derFromme verschiedene harte Verbote gegen denIndigo, sondern es kam auch die Sacke selbstauf dem Reichstag zur Sprache, wo der Indigoals eine schädliche, fressende Teufelsfarbe be-schrieben wird. Allein der Gebrauch dieser Far-ben hatte zu sehr überhand genommen, und ihreVorzüge waren zu sehr in die Augen springend,daß sie weder vom Neid noch vom einfälrigenVorurkheile zurückgedrängt wurden. Im Gegen-theil befestigte sich die Eintheilung in Schön-und Schlecht rber immer mehr, die diefranzösischen und holländischen Färber schon ge-wohnt waren.

Geschichte der neuern Zeit.

§. ro6.

In dieser Periode theilte sich vorzüglich diedeutsche Färberei in drei besondere Zweige, indie Wollenfärberei oder Schönfärberei, in dieSeidcnfärberet und in die Lemcwand - oderSchwarzfärberei. Und diese Unterschiede sindallerdings in der Behandlung der zu färbendenStoffe selbst gegründet. Indessen lösten sich inder Folge diese Absonderungen wieder auf, undein geschickter Färber machte sich mit allen Be-handlungsarten der verschiedenen Stoffe bekannt.

§. 107.

In den neuern Zeiten bildete sich die Che-mie vorzüglich aus, und das Licht, was von die-ser Wissenschaft ausging, erleuchtete auch dieFarbekunst. Mehrere Chemiker stetigen an die

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