die Erfahrung gelehrt, daß wenigstens die Wir«kunqen des Lichts von der Warme durchaus ver-schieden sind. Groß sind die Wirkungen auf dieorganisirte und unorganisirte Natur. ^ Das Lichtwirkt auf den Geist und 'den Körper des Menrsehen, es wirkt alS Reitzmittel und als Wärmeerregendes Mittel. Das Gefühl von Wärme,welches da« Sonnenlicht in uns eeregt, scheintganz verschieden von jenen zu seyn, das wirdurch künstliche Ofenwäcme erhalten. — DasLichi ist die Ursache der verschiedenen Farbe dermenschlichen Haut, wie die Vergleichung zwischenden Städtern und dem Landvolke, zwischen denArbeitern der Glashütte und dem Landmann,zwischen Europäern und Negern zeigt. DerMangel des Lichts bringt Krankheiten hervor,die man in den Gefängnissen und finstern Hospirtälern sieht. Auffallend sind besonders die Wir«kungen des Lichts auf das Pflanzenreich — Pflan«zcn gedeihen nicht ohne Licht, ihre Blätter fär,bcn sich nicht grün; auch die bunten Farben derBlumen kommen erst durch das Licht hervor;die meisten Blumen sind, so lange die Knospennoch in die Kelchblätter gehüllt sind, weißlicht,oder gelb, oder grünlich, überhaupt aber sehrunansehnlich gefärbt, erst durch das Licht erhal-ten sie ihre Schönheit und Lebhaftigkeit; und s»hangen auch die Farben reifender Früchte vomLichte ab, und die blaue Weintraube färbt sichnicht, wenn sie mit einer undurchsichtigen Hülleb deckt wird. Das Licht entwickelt Lufrarten'aus frischen Gewächsen, welches die Wärmenicht thut, und so zeigen sich die mannichfaltigtsten Verschiedenheiten zwischen den Wirkungendes Lichts und dc: Wärme.
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Buch
1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
Seite
151
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