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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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wässerig zu schmecken. Die wässerigen und sau«ren Theile des gemeinen Branndewcins bleibenin der Blase zurück, der Alkohol aber geht miteinem Antheil Wasserigkeit verbunden über. Indiesem Zustande nennt man ihn gereinigtenBranndewein, oder rektifizieren Wein«geist.

§ Zoy.

Wird die Blase gereiniget, ausgetrocknet,und der rektifiziere W.nigclst hineingeschüttet,und nochmahls abgezogen, so wird er noch mehrvom Wasser befreiet, und heißt dann höchst-er kt l fi zi rte r Weingeist. Allein auch dieserenthält noch immer eine» Antheil Wasser, derihm nur entzogen werden kann, wenn man ihnüber eine Substanz absteht die eine große Affi-nität zum Wasser hat, und solches bindet. Die-ses ist z. B. die gereinigte durch starkes Erhitzenvöllig ausgetrocknete Polasche; man füllt damiteine gläserne Retorte an, und gießt ..llinähligso viel höchstrckrifiziricn Weingeist -darauf, alseben eingesogen werden kann, dann legt maneine Vorlage an, und dcstillirt aus dem Sand-bade bet gelindem Feuer. Der zuerst übergehendeAntheil ist nun ein ganz wasserfreier Alkohol,den man gewöhnlich absoluten Alkohol nennt.Bet der fortgesetzten Destillation folgt dann derschwächere Geist.

§. 5io.

Der Alkohol kann in der Färbekunst nichtganz entbehrt werden, so selten auch sein Ge-brauch vorkömmt, es ist daher nothwendig daßder Färber einige Kenntniß von demselben b-fitze.