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1 (1814) Physisch- und chemische Grundsätze der Färbekunst / von ... Johann Bartholomae Trommsdorff
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399
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§. 749-

Die Seide besteht aus dem Gespinnst de-Setdenwurms. Die rohe Seide ist mit einemFirniß überzogen der sich -im kochenden Wasserauflöst, und der die Natur einer Gallertezu besitzen scheint, denn er wird durch Gerbe«stoff niedergeschlagen. Indessen unterscheidet ersich durch mehrere Eigenschaften von der gewöhn«lichen Gallerte. Außer dem Firnisse enthält dieSeide noch eine andere Substanz, von der ihregelbe Farbe herrührt, und diese besitzt die Eigen-schaften eines Harzes. Sie ist gelb, und ineiner Mischung aus Alkohol und Salzsäure auf«löslich. Nach Proust enthält der Ueberzugder Seide auch eine wachsartige Substanz.

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Die Natur der gereinigten Seide ist nochnickt hinlänglich ausgemittelt, doch scheint sie sichdem Faserstoff zu nähern. Weder Wasser nochAlkohol wirken auf sie. Bei der trocknen De-stillation gibt sie ein stinkendes Oel und einegroße Menge kohlenstoffsaures Ammoniak. Inätzenden Laugen löset sie sich auf. Von Schwe-felsäure, Salpetersäure und Salzsäure wird siezersetzt, wenn diese Säuren nur einigermaßenkonzentrier sind. Merkwürdig ist es, daß dieSeide nicht wie die andern thierischen Substan-zen so leicht in Faulniß übergeht, wenn sie aneinem warmen, feuchten Orte aufbewahrt wird-