48Ale randers Zeit beruͤhmt war, auf die Art anfuͤhret, um anHand zu legen, daß die Erde nicht unendlich groß ſey, wie viele
Viertes Capitel.
glaubten, ſondern ungefehr von erwaͤhnten Umkreiſe. Vor dem
1 Eratoſthenes, der 400 Jahre vor Chriſti Geburt Bibliothecarzu Alexandrien war, weiß man kein eigentliches Maaß von dem
Umkreiſe der Erde, welches durch wuͤrkliche Beobachtungen be-
ſtimmt worden. Er glaubte, daß Alexandrien und Syeneunter einerley Meridian laͤgen, und ſchloß vermittelſt der Sonnen-
zeiger, daß der Bogen zwiſchen ihnen 22 12 oder s des ganzen
Circuls ſey. Ihren Abſtand nahm er nach dem Urtheil der Rei-
ſenden zu 5000 Stadien an, wornach der ganze Umkreis der Er-
de 250000 Stadien und jeder Grad 694½ Stadien(ff) ward.
Dieſe Gruͤnde des Eratoſthenes bey Abmeſſung der Erde ſind
allzu unrichtig, wie ſpaͤtere Beobachkungen gezeiget haben, und
daher dieſe angegebene Groͤſſe der Erde ſehr fehlerhaft. Inzwi-
ſchen nahm man es in aͤltern Zeiten nicht ſo genau; man rechnetegrade 700 Stadien auf einen Grad und 252000 Stadien auf die
ganze Peripherie. Hipparch hat nach dem Strabo daſſelbe
Maaß gefunden(g), aber nach dem Plinius die Peripherie derErde zu 277000 Stadien gerechnet(h)), ohne daß man die Urſa-
che zu dieſer Veraͤnderung weiß, falls es beym Plinius kein
Schreibfehler iſt, wie einige dafuͤr halten.
Poßidonius theilte 120 Jahr nach dem Erakoſthenes ei-
ne andre Rechnung mit, welche auf ein ſehr groſſes Ungefaͤhr be-ruhete. Nach den Beobachtungen eines Sterns in der ſuͤdlichen
Halbkugel, Egnobus, rechnete Poßidonius zwiſchen Rhodus
und Aleyandrien 2½ Grade, und nahm den Abſtand nach dem
Bericht der Seeleute zu 5000 griechiſchen Stadien, nach dem
Eleomedes(), aber nach dem Strabo(c) zu 3750 alexandrini-— G 8. ſchen
8(ſt) Cleomedis Theor. Cycl. Cap. 10.
1(g) Strabo I. p. 1 8 1*
(h) Plin. Hiſt. Nat. JL.., 2. C. 108.(i) Cleom, Theor. Cycl, cap; ult-(C) E. 1. p. 25. cfr. L.. p. 86 G. 125 ſeg. J“ 9
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