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Von der Bewegung der Erde um die Sonne. 93Wenn ſich die Erde in einer kuͤrzern Zeit durch den Bogen
Ab als durch den folgenden Bogen B0 beweget, ſo ſcheint es
auch, daß die Sonne geſchwinder von a nach b, als von b nachgehet. So wird die ungkeiche ſcheinbare Bewegung der Sonnevon dem ungleichen Gange der Erde hergeleitet. Man hat ge-
8 funden, daß die Sonne groͤſſer ſcheinet, wenn die Erde geſchwin-1“ gehet, das iſt, daß die Erde dann der Sonne naͤher ſeyn
muß, und daß die Sonne weiter von der Erde entfernet iſt, wenndie Bewegung langſamer iſt. Um dies zu erklaͤren, ſtelleten ſichSternkundige vor, daß der Gang der Erde wohl in einem Krei-ſe, wie 880D, geſchehe,(Fig. 21) aber daß die Sonne nichtin dem Mittelpunete E, ſondern in Sliege, und ſie nannten Esdie Eccentricitaͤt. Der Durchmeſſer AESC ward die Abſiden-linie, das Punct Adas Aphelium oder hoͤchſte Apſide, als bas
entfernteſte, und C das Perihelium oder niedrigſte und naͤch-
ſte Apſide genannt. Man glaubte, daß die Bewegung der Er-de in dem Kreiſe AB00 gleichfoͤrmig ſey, ſo daß die in gleichenZeiten durchgelaufene Bogen Aa, Cy auch gleich groß waͤren;wodurch die Winkel bey S ungleich zu ſeyn ſcheinen, wegen derVeraͤnderung in der Groͤſſe des Abſtandes. Alles dies trift dochnicht mit den Beobachtungen uͤberein, ſondern Kepler ward dar-aus uͤberzeugt, daß der Weg der Erde eine Ellipſe ſey, eine imvorhergehenden beſchriebene Linie,§. 14. und deren Kenntniß ſonüͤtlich iſt, die Figur und Groͤſſe der Erde auszumachen.
Von den aͤlteſten Zeiten an, da man anfieng die Bewegungder Erde zu beobachten, iſt der Gedanke allgemein geweſen, daßdie Sonne oder vielmehr ihr Mittelpunet allezeit in einer und eben
derſelben Ebene, welche durch der Erde Mittelpunct gehet, zu
liegen ſchien, denn man konnte keine Abweichung davon entdecken.araus folget, daß die Erde ſich in einer Ebene bewege, das iſt,M 3 daß