128 Fuͤnftes Capitel.nug zu ſeyn, gleichſam als wenn die menſchliche Vernunft, nach-dem ſie von der Wiſſenſchaft unterſtuͤtzt worden, in der Haushal-tung des Schoͤpfers mit den himmliſchen Coͤrpern etwas erdenkenkoͤnnte; er ſcheinet auch zuerſt nicht ſo zerſtoͤhrend, als wenn dieCometen ſo angeſehen werden, daß ſie nur zum Untergange oderZerſtreuung, Verdrengen und Verbrennen abzielen; er ſcheinetvon einer Begierde die Veraͤnderungen der Natur zu kennen ent-
ſprungen zu ſeyn, und den himmliſchen und groſſen Welteoͤrpern
einen den irrdiſchen Coͤrpern analogiſchen Wechſel mitzutheilen;aber der Satz ſelbſt iſt doch beydes ungewiß und ungegruͤndet.
1 Vor etwa 140 Jahren entdeckten Marius und Galilaͤusdie Jupiters Trabanten vermittelſt der Sehroͤhre und vor unge-fähr hundert Jahren, als Huygens und Caßini ſich groͤſſereSehrohre anſchaften, wodurch die Saturns Monde geſehen wer-den konnten, wurden auch dieſe von ihnen aufgefunden. Abervon dieſer Zeit an hat man bey dieſen Planeten weder irgend ei-nen neuen Mond entdeckt, noch iſt, ſo viel bekannt iſt, irgendein andrer Planet ſo gluͤcklich geweſen, ſich einen Cometen zum
beſtaͤndigen Gefolge anzuſchaffen. Daher kann ſolcher Gedanke
nicht fuͤr etwas mehr als eine Vermuthung gelten. Aber dieWahrſcheinlichkeit verſchwindet ganz, wenn man bedenket, daßalle Monde um ihren Houptplaneten nach ein und eben derſelbenRichtung gehen und die Beobachtung faſt eine gleiche Anzahl ſol-cher Cometen darſtellet, deren Bewegung der Richtung der Erdeentgegengeſetzt iſt, und ſolcher, deren Bewegung ſolcher Richtungfolgt. 1 86 Waͤren die Cometen in Monden verwandelt worden, ſo
wuͤrde ein und anderer wenigſtens eine ſehr eccentriſche Bahn ge-
habt und dadurch ſeinen Urſprung gezeiget und ſein altes Herkom-men bewieſen haben. Man muͤſte auch nicht gefunden haben,daß die Bahnen aller Monden eine geringe Neigung gegen dieBahnen ihrer Hauptplaneten haben. Man haͤtte auch ohne al-
. len
7