1as Scechstes Capitel.
muß der Mond in, ſeyn. In der Zeit alſo da der Mond vonT nach t gegangen iſt, iſt der Mond ungeachtet ſolcher Bewe-gung der Erde oder der ſcheinbaren Bewegung der Sonne alle
ſeine Phaſen durchgegangen; aber man ſiehet auch zugleich, daß
der Mond mehr als einen ganzen Umlauf um die Erde gemacht
babe. Denn wenn la parallel mit.A i*ſt, ſo wuͤrde der ganze
Umlauf vollendet ſeyn, als der Mond in] war, nachdemn die Mond-
bahn aus ABl. in abl geruͤckt iſt; aber der Mond iſt nachgekommen und alſo noch den Bogen l) uͤber ſeinen ganzen Kreisdurchgelaufen; alſo iſt der ſynodiſche Monath groͤſſer, als die Um-laufszeit des Mondes oder der ſo genannte periodiſche Monath,deſſen Groͤſſe beynahe 22 Tage, 2 Stunden, 43 Min., 12 Sec-gefunden worden. Bewegten ſich Erde und Mond gleichfoͤrmigin Kreislinien, ſo wuͤrden ſowohl die periodiſchen als ſynodiſchenMonathe allezeit gleich ſeyn. Nun wiſſen wir aber, daß die
Bewegung der Erde ungleichfoͤrmig iſt, und wir werden finden,
daß der Mond noch mehreren Ungleichheiten unterworfen iſt, da-her muͤffen ſowohl periodiſche Monathe unter ſich als auch die ſh-nodiſchen Monathe ungleich ſehn, alles nachdem die Bogen Itund 1⸗. groß ſind, und in laͤngerer oder kuͤrzerer Zeit durchlaufenwerden. Wir koͤnnen hieraus ſchlieſſen, daß die Bewegung desMondes weit verwickelter ſeyn muͤſſe, da ſie nicht allein auf deſſen
eigene Ungleichheiten beruhet, ſondern ſich auch nach dem Laufe
der Erde richtet. Man kann die wahren Mondphaſen nicht vor-
herſagen, bis beyde Bewegungen voͤllig bekannt ſind, daher alles,
was von der Bewegung der Erde angemerkt worden, bey der
Kaͤnntniß des Mondes vorher gefaßt ſeyn muß, damit die Un-
— 1“ des Mondes fuͤr ſich beſonders betrachtet werdenoͤnnen. G
§. 42..Die Bahn des Mondes iſt kein Circul. Sie wuͤrde ellip-
tiſch ſeyn, wenn Erde und Mond alleine waͤren; deswegen muß
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