Band 
II.ter Theil.
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7.

5 Sechstes Capitel

ein Beobachter auf dem Mondrande die Sonne aus dem Geſichte

verliehret, welches der rechte Anfang der Mondfinſterniß iſt, undeben ſo den Zeitpunct zu beurtheilen, da ſich die Mondfinſternißendiget, oder der lezte Mondrand von der Sonne erleuchtet zuwerden anfaͤnget. Die Waͤrkung des Erdhalbſchattens iſt bey

den Finſterniſſen auf dem erleuchteten Theil des Mondes ſehr ſicht.

bar, denn man findet, daß nahe an dem Schatten auf den Mond-roͤrper ein ſchwaͤcheres oder matteres Licht iſt, und daß der Schein

nach auſſen zu mehr und mehr zunimmt, alſo muß auch von ver-

ſchiebenen Beobachtern die Graͤnze des Erdſchatten ſelbſt nicht aufeinerley Art beſtimmt werden koͤnnen, welches auch die Erfahrung

oͤfters bezeuget. Wenn aber auch hiebey keine Ungewisheit vor-kaͤme, ſo giebt es fuͤr die unſichere Graͤnze und die unebene un-

beſtimmte Geſtalt des Erdſchattens auf dem Monde noch wichti-ge Urſachen. Wir wiſſen, daß die Erde mit einem Luftkreiſe

umgeben iſt, und daß derſelbe nicht allein die Sonnenſtrahlenbricht, ſondern auch einen Theil von ihnen auffaͤnget, zerſtreuelund zuruͤckwirft. Dies geſchiehet mit einer deſto groͤſſern Menge

derſelben, je dichter der Luftkreis iſt. Dadurch entſtehet alſo

von der Armoſphaͤre eine Art Schatten, der den Erdſchatten um-

giebt, und deſto dunkler wird, je naͤher er der Oberflaͤche des

Erdſchatten ſelbſt liegt. Daß ein ſolcher Schatten wuͤrklich ſtatſinde, beweiſen die Berechnungen der Mondfinſterniſſe, denn ih-re Dauer wird groͤſſer beobachtet, als es der eigentliche Erdſchat-ten mit ſich bringet, und daher muß die Zunahme der Groͤſſe des

Schattens von der Atmoſphaͤre herruͤhren. Es kann daher nicht

anders erfolgen, als der Schatten der Atmoſphaͤre muß eine we-

niger ſcharfe Graͤnze zu haben ſcheinen, ſo wohl wegen Abnahme

get bey den Mondfinſterniſſen noch eine andere Erſcheinung-

der Dichtigkeit der Luft, als auch wegen der Brechung der Son-nenſtrahlen, die ſich nach der Dichtigkeit der Lüft richtet.Die Kraft der Strahlenbrechung in der Atmoſphaͤre erzeu-Esſey