Von Bewegung des Mondes um die Erde. 19r
ſey naͤmlich(Fig. 56) der Durchſchnitt durch den Mittelpunctder Erde HTh und die aͤuſſerſten Sonnenſtrahlen tangiren dieAtmoſphaͤre in H und h und gehen nach U, ſo daß HUh denErdſchattenkegel vorſtelle und 10 deſſen Axe; wenn man nundie Halbmeſſer TH und Th ziehet, welche die Erdoberflaͤche inund a ſchneiden, und die Linien Au, und au mit HU undhu parallel ziehet, ſo wird Aua den Schatten der Erbkugel vor-
ſtellen, wenn die Strahlenbrechung nicht ſtat findet, und dasuͤbrige waͤre der Schatten der Atmoſphaͤre; nun ſetze man, daß
die Sonnenſtrahlen, welche die Erde bey und à beruͤhren, ge-
brochen werden, und dann nach BCD, bCd fortgehen, ſo iſt
BOb der wuͤrkliche Erdſchatten, welcher ganz dunkel iſt; aber
der Raum zwiſchen den Strahlen BD und H iſt von den Son-
nenſtrahlen erleuchtet, die in der Atmoſphaͤre gebrochen und zer-ſtreuet werden; eben ſo iſt es auf der andern Seite zwiſchen h
8 und bd. Der Raum CD UG iſt doppelt durch den Weg der
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Sonnenſtrahlen, die ſich durchkreutzen erleuchtet. Wenn alſoder Mond in den Schatten der Atmoſphaͤre tritt, ſo behaͤlt er noch
einen kleinen Schein, bis er in den Schatten Bb kommt, dawird er ganz unſichtbar werden, und dann wird er wieder ſicht-bar werden, wenn er durch den Schatten BOb gekommen, un-geachtet die Finſterniß noch fortdauert. Wenn der Abſtand des
Mondes groͤſſer iſt als CT, ſo bleibet der Mond waͤhrend der
ganzen Finſterniß ſichtbar und hat ein kupferrothes Anſehen. DieFinſterniſſe, da der Mond ganz verſchwindet, ſind ſehr ſelten.Die Aſtronomen haben dergleichen in den Jahren 1601 im De-cember, 1602 im Junius, 1642 im April und beſonders 1761 denis May, da der Mond eine ganze Stunde gaͤnzlich unſichtbar war,
aufgezeichnet. Der Mond iſt dann bey ſeiner Erdnaͤhe oder naͤch-
en Abſtande von der Erde, in andern Faͤllen, und wenn derond einen groͤſſern Abſtand hat, gehet er oben uͤber Cweg.
Endlich