Band 
II.ter Theil.
Seite
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Von Eintyheilung der himmliſchen Sphaͤre. 19 8ſcheinbaren Horizonts in den verſchiedenen Puneten der Erdbahn,wie die genaueſten Beobachtungen einhellig bezeugen und untenerklaͤret werden wird. Um dies zu begreifen, darf man ſich nurden Halbmeſſer der himmliſchen Sphaͤre ſo ungeheuer groß vor-

ſtrellen, daß der Durchmeſſer der Erdbahn dagegen ſo klein wer-

de, wie wir eben den Unterſcheid zwiſchen den ſcheinbaren undwahren Horizont gegen den Halbmeſſer angefuͤhret haben, derdem Abſtande Saturns von der Sonne gleich iſt, das iſt, wir

muͤſſen den Halbmeſſer der himmliſchen Sphaͤre groͤſſer als fuͤnf

tauſend Millionen Erddurchmeſſer annehmen. Bewunderns-wehrt iſt es freylich, daß die himmliſche Sphaͤre wuͤrklich groͤſſer

iſt, und daß unſre Vorſtellungskraft ihre Graͤnzen nicht zu errei-chen vermag. Hier koͤnnen wir es alſo als einen Grundſatz an-nehmen, daß jeder Beobachter auf der Erde ſich ſo anſehen koͤn-

ne, als ſtuͤnde er in dem Mittelpuncte der himmliſchen Sphaͤre,

wo ſich auch die Erbe in ihrer Bahn befinden, und noch mehr inwelchem Puncte der Erdoberflaͤche er ſelbſt ſeyn magag.

§. 52.

Ehe wir die Merkwuͤrdigkeiten der himmliſchen Sphaͤregenauer betrachten, muͤſſen wir erklaͤren, was eigentlich unterdieſer Sphaͤre verſtanden wird. Die Aelteren behaupteten, daßder ganze Weltbau, das iſt, alles, was geſchaffen iſt, in einem

1 ſphaͤriſchen Coͤrper oder Raum eingeſchloſſen ſey; aber die Stern-kunde kann nicht verſtatten, einen ſolchen Coͤrper ohne Grund undUrſache anzunehmen, und das dunkelblaue Himmelsgewoͤlbe iſt

eine Erſcheinung(§. 2. n. b.) aber kein Coͤrver. Unſre Gedan-

ken verliehren ſich, wenn wir uns den Raum unter einer gewiſſen

Geſtalt und Figur vorſtellen wollen, welche alles geſchaffene in

ſich ſchlieſſet, und wir finden keine Auswege, um das Werk der

Allmacht irgend eine gewiſſe Figur zu beſchreiben oder eine gewiſſe

Form dafuͤr feſtzuſezen. Man keͤnnte eben ſo gut, eine cubiſche— G Bb 2 Figur

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