1905 Seebentes Capitel.
Figur in Vorſchlag bringen, als eine ſphaͤriſche, aber beydes mitvoͤlliger Ungewißheit; denn man iſt daruͤber ganz unwiſſend, ob
Ordnung habe aufſtellen wollen, daß ſie einen regulaͤren geome-kriſchen Coͤrper ausmachen ſollte. Aber deſſen ungeachtet hatdie Meynung das Buͤrgerrecht gewonnen, daß die himmliſchenCoͤrper in einem gleichen Abſtande von der Erde ſind, ſo daß derSternhimmel nach dem allgemeinen Begriff als eine ſphaͤriſcheFigur angeſehen wird. Dieſer Gedanke gruͤndet ſich auf nichtsonders, als den bloſeen Schein. Uns duͤnkt, daß alle himmli-ſche Coͤrper gleichweit von unſerm Auge entfernet ſind, und ſol-ſches blos deswegen, weil unſer Geſicht keinen Unterſcheid in ih-
unſern Augen ſo vor, daß die Planeten mit ihrem Monden unddie Cometen allezeit von uns gleichweit entfernet ſind, ob wirgleich wiſſen, daß ſie ſich um die Sonne bewegen und ungleicheAbſtaͤnde von der Erde erhalten; daß die Erde ſelbſt in einerweiten Bahn gehe, und ſich ihnen zuweilen naͤhert, zuweilen vonihnen entfernet; daß der Mond, welcher uns am naͤchſten iſt, anderſelben ſphaͤriſchen Oberflaͤche mit allen uͤbrigen Himmelseoͤrpernliege. Wenn wir blos durch die Kraft unſers Geſichts von demAbſtande der Wolken urtheilen wuͤrden, ſo haben wir keinen an-dern Grund auf eine naͤhere Lage derſelben zu ſchlieſſen, als weilwir ſehen, daß ſie uns den Anblick der Himmelscoͤrper entziehen,
und uns dieſelben wieder ſichtbar werden laſſen, wenn ſie vor ih-nen weg weichen. Gleichwohl haben wir aus der Erfahrung ge-lernet, daß ihr Abſtand zuweilen nur einige hundert oder tauſend1 Faden betrage, und daß ihre Hoͤhe nicht an die Spitzen den hoͤch-ſten Berge reiche. Dieſe Irrung des Geſichts iſt noch offenbah-rer, wenn wir abgelegene Coͤrper auf der Erdoberflaͤche z. E.t Thuͤrme, hohe Haͤuſer, und Berge anſehen; dieſe ſcheinen auch1 an der Oberflaͤche des Sterngewoͤlbes befeſtiget zu ſeyn,.
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der unendliche Schoͤpfer die himmliſchen Coͤrper in einer ſolchen
rem Abſtande zu erreichen vermag. Solchergeſtalt kommt es 1