Von Eintheilung der himmliſchen Sphaͤre. 225welches von den Heiden fuͤr ein Werk der Goͤtter gehal-ken ward. 12
Von den aͤlteſten Zeiten her beobachteten viele Aſtronomendie Abweichungen und graden Aufſteigungen der Sterne; aberHipparch ſammlete, ſo viel er konnte, alle Beobachtungen undgab ein Sternverzeichniß heraus, in welchem die Abweichungund grade Aufſteigung bey jedem Stern geſetzet ward. Er hatteſelbſt viele Sterne beobachtet, welche er mit den Beobachtungender Aeltern beſonders des Timocharides von denſelben Sternen
verglich. Daraus fand er, daß die Sterne jaͤhrlich ihren Platzveraͤnderten, und daß die Veraͤnderung von der Bewegung derPuncte der Nachtgleiche dem Laufe der Sonne grade entgegenherruͤhre, das iſt, daß die Durchſchnittslinie des Aequators undder Eceliptik ſich in der Ebene der Eccliptik auf gleiche Art ver-ruͤcke, wie ſolches im Planetenſyſtem in Ruͤckſicht auf die Retro-gradation der Knoten beſchrieben worden. Dieſe Erſcheinungnennet man das Zuruͤckgehen der Puncte der Nachtgleicheoder das Fortruͤcken der Nachtgleichen, denn die Zuruͤckwei-chung der Aequinoctialpuncte beſchleuniget die Nachtgleichen, ſodaß ſie ehe einfallen, als die Erde einen ganzen Umlauf vollen-der hat, oder ehe ſie das Punct des Aequators erreichet, wo imvorigen Jahre das Punct der Nachtgleiche lag. Hiedurch ge-ſchiehet es, daß die Laͤngen der Sterne jaͤhrlich zunehmen, aberdie Breiten ſind dabey keiner merklichen Veraͤnderung unterwor-fen; wenigſtens ſind ſie noch nicht voͤllig bekannt. Ihre grade
ufſteigungen und Abweichungen werden zugleich veraͤndert, aber
dieſe Veraͤnderungen ſind ungleich bey ungleicher Lage der Sterne,das iſt, bey ungleichen Laͤngen und Breiten, welches den Aſtro-nomen bey richtiger Beſtimmung der Sterne viele Arbeit undMuͤhe verurſachet.
Weltbeſchr. II. TCheil. Man