Band 
II.ter Theil.
Seite
226
JPEG-Download
 

-.

228 Sccchstes Capitel

Man glaubt, daß Ptolomaͤus Hipparchs Sternverzeich-niß genutzet und die Lage der Sterne aus demſelben auf ſeine Zeitzuruͤckgefuͤhret habe, naͤmlich auf das Jahr 137 n. C. G. dennwir haben kein älteres als Ptolomaͤtts Sternverzeichniß. Dieswird dadurch beſtaͤrket, daß die Laͤngen der Sterne ſich nicht aufHipparchs Zeit paſſen, und daß ſie fuͤr das Jahr 132 größten-theils mit ein Grad geringerer Laͤnge angezeichnet werden, als esſeyn ſollte, wovon die Urſache iſt, daß Ptolomaͤus das Zuruͤckwei-chen der Nachtgleichen nur zu 36 See. aufs Jahr angenommen,

da es doch zu 50½ Secunden gerechnet werden muß. Alſo hatProlomaͤus die Laͤnge der Sterne fuͤr den Unterſcheid von 267 Jah-ren zwiſchen ſeiner und Hipparchs Zeit ungefaͤhr um einen Gradzu wenig vermehret. Ptolomaͤl Verzeichniß enthaͤlt 1028 Ster-ne(a), wovon er gleichwohl einen Theil ſelbſt beobachtet habenduͤrfte und wovon vermuthlich vor und nach Hipparchs Zeit vieleAſtronomen jeder eine kleine Anzahl beſtimmt haben. Manmuß alles dies aus den vielen und ſehr ungleichen Fehlern ſchließſen, welche in erwaͤhntem Verzeichniſſe gefunden werden, dienicht alle der Unrichtigkeit der Inſtrumente, die zur Beobach-eung gebraucht worden, zugeſchrieben werden koͤnnen.So bald Fehler in einem Sternverzeichniſſe bemerket wer-den, und man zu den Beobachtungen, woraus ihre Lage geſchlof-ſen worden, keinen Zugang hat, muß man gleich neue Beobach-tungen anſtellen. Giebt es aͤltere Beobachtungen, ſo muß dar-aus die Lage vermittelſt der Rechnung auf die neuere Zeit zuruͤckgefuͤhret werden. Dies haben die Aſtronomen nach PtolomaͤtlsZeit auszufuͤhren geſucht. Vlugh Beigh hat auf ſolche Artein Verzeichniß von 1014 Sternen von denen, welche Ptolo-maͤns berechnet, herausgegeben. Tycho trauete den1 b Beob-

-(8) Delalande giebt in ſeiner Aſtronomie an, p. 1771.§. 217, daß Pto-3 ſomns 1022 Sterne aufgezaͤhlet habe, aber das Verzeichniß enthaͤlt 1028