230 Siebentes Capitel.
gefunden. Der dritte hat eine Periode von 405 Tagen gStun-den, in welcher er anwaͤchſet, abnimmt und verſchwindet. Auſ-ſer dem hat Jacob Caßini einen Stern bey im kleinen Baͤrenvermiſſet, den Bayer in ſeinen Verzeichniſſe angefuͤhret; einandrer bey dem A der Andromeda war lange unſichtbar, aberkam 1695 wieder hervor. Der Stern E in derſelbigen Conſtella-tion hat abgenommen oder iſt ein Stern von geringerer Groͤſſe
geworden. Maraldi beobachtete gleichfals, daß das„im Fuß
des Schuͤtzen, welches Bayer unter die Sterne der erſten Groͤſſegezahlet, 1571 nur von der ſechſten Groͤſſe ſey. Halley rechnetees 1626 wieder zur dritten Groͤſſe, aber 1592 konnte es kaum ge-ſehen werden und 1693 und 1604 ſchien es von der vierken Groͤſſezu ſehn. Man koͤunte, wenn es noͤthig waͤre, mehr ſolche Ver-
aͤnderungen anfuͤhren; aber ich will nur noch hinzuſetzen, daßwenn einige Sterne verſchwunden ſind, zuweilen andre in derNaͤhe wieder erſchienen ſind, die vorher unſichtbar geweſen,v WwW.. 1.
Um die angefuͤhrten Merkwuͤrdigkeiten zu erklaͤren behaup-ten einige Aſtronomen, daß die Firſterne, welche Sonnen ſind/
ſich um ihre Are drehen, aber eine unebene Oberflaͤche haben,die nach verſchiedenen Richtungen ungleich klar ſcheinet. Diesiſt ſo viel wahrſcheinlicher, da wir ſinden, daß unſre Sonne ſich
um eine Axe beweget, und daß ſie meiſtentheils viele Flecken hat,welche ganz ſchwarz ausſehen oder die nicht den mindeſten Scheinvon ſich werſen. Wir haben beobachtet, daß ſolche Flecken zu-weilen lange dauren und ſich auf viele Jahre erſtrecken; einigeſind unſichtbar geworden, aber ſie ſind wieder entſtanden; manberichtet auch, daß ihre Anzahl einmahl ſo groß geweſen, daß dergewoͤhnliche Schein der Sonne bleich geſchienen. Im Fruͤhling1756 waren ſie ſo viel und groß, daß ihre Oberflaͤchen wenigſtensden dreyßigſten Theil der ganzen Sonnenſcheibe ausmachten.