362 Siebentes Capitel.Mittelpunect der Erde allezeit ſenkrecht auf den Horizont ſtehet;aber dies findet bey der ellipſoidiſchen Figur der Erde nicht ſtat;alſo werden die Parallaxen verwickelter und muͤſſen durch die Ei-genſchaften der Ellipſe erlaͤutert werden. 8Wenn(Fig. 77) puT einen Quabdranten eines Meridiansauf der Erdkugel vorſtellet, und h-H. iſt eine Tangente in U,und UR ſenkrecht auf die Tangente, ſo muß UM eine Vertical-linie in U ſeyn; UR P iſt das Complement der Breite des Ortsund hHiſt der Horizont deſſelben. Man ziehe CU, unddurch hH gehe eine Ebene, auf die Ebene des MeridiansPUC ſenkrecht, ſo muß ſolche Ebene der Horizont in U ſeyn,unnd wenn nun in den verſchiedenen Azimuthen entweder auf deroͤſtlichen oder weſtlichen Halbkugel inien gezogen werden, ſo ſind
die Winkel, welche dieſe Linien mit dem Halbmeſſer CUmachen,
ungleich. Wenn alſo Coͤrper in gleichem Abſtande vom Mittel-punet der Erde im Horizont liegen, ſo ſind ihre Horizontalparal-laxen ungleich, und eben ſo auch ihre Hoͤheparallaxen, wenn dieſcheinbaren Hoͤhen einerley ſind.. 8*Um alſo von den Parallaxen eine richtige Erkaͤnntniß zu er-langen, ſo wollen wir uns vorſtellen, daß ein Beobachter(Fig.
28) in R ſtehe, wo die in U auf den Horizont ſenkrechte Lnide
die Erdaxe HC ſchneidet; dieſer wird an den Coͤrpern als L, dieſich um den Mittelpunct der Erde bewegen, eine kleine Parallaxegewahr werden, wenn ihr Abſtand nicht gar zu groß iſt. Wennman naͤmlich Cl. und RI ziehet, ſo iſt die Parallaxe in R demWinkel RLC gleich, und es“ ſin ECLſin(ECL.—RLC). Dieſe kleine Parallare kann leicht furjeden Winkel PCL. berechnet werden, wenn CR und Ol. ge-geben ſind; aber der Winkel CI iſt die Ergaͤnzung der Abwei-chung des Sterns in L., und muß ſammt dem Abſtande CLausden aſtronomiſchen Tabellen berechnet werden; es iſt alſo
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