2272½3 Siebentes Capitel.
gebrochen werden. Es erreiche ein Lichtſtrahl SB(Fig. 8)die Atmoſphaͤre in B und AC ſey die in ſolchem Puncte beruͤh-rende Ebene. Es ſey KB ſenkrecht auf AC, ſo wird SBbey B gebrochen werden, und wenn die Atmoſphaͤre von der Erd-oberflaͤche IF an bis zur Oberflaͤche der Atmoſphaͤre ZB gleichdicht angenommen wird, ſo wird der Weg des Lichtſtrahls BEeine grade Linie und ſin KBS: ſin EBT= 3200: 3201. Wenm)nun der Strahl B in T in das Auge des Beobachters faͤllt, oiſt der ſcheinbare Abſtand des Sterns vom Zenith dem Winkel 1BI2⁄2 gleich, der kleiner iſt als 28S, oder der wahre Abſtanddes Sterns, wenn er ohne Strahlenbrechnng, das iſt, in derenie TU, welche mit SB parallel iſt, geſehen werden koͤhnte.Alſo muͤſſen die Sterne vermittelſt der Strahlenbrechung hoͤhererſcheinen als ſie wuͤrklich ſind, und die Sternkundige muͤſſen er-forſchen, wie groß die Strahlenbrechung in jedem Punete B iſt.Wenn man wie eben angefuͤhret, annehmen koͤnnte, daß die Erd-atmoſphaͤre gleich dicht iſt von TE bis ZB, ſo koͤnnten die Strah-lenbrechungen durch genaue Beobachtung derſelben in zween ver-ſchiedenen Hoͤhen leicht fuͤr jede Hoͤhe berechnet werden; denndaraus kann nach der Regel Falſi, wie Caßini gezeiget hat, dieHoͤhe der Atmoſphaͤre von dem Erdmittelpunete BE ausgerech-net, und ſodann fuͤr jeden gegebenen Winkel ZIB und den Sei-ten TE, BE, der Winkel IBF gefunden werden; nun weißman ſchon aus den beobachteten Strahlenbrechungen das Ver-haͤltniß zwiſchen ſin Kk BS und ſin T BF, daher wird es leichtfuͤr jedem Winkel IBE den Winkel KBS, folglich die Stroh-lenbrechung in dem Punet B= tBS= TBs zu finden, unddaraus ferner ſeinen wahren Abſtand vom Zenith ZsS= ZIB† SBBT. Aber dies alles gelinget nicht ſo bey der rechten Be-ſchaffenheit der Atmoſphaͤre, welche darin beſtehet, daß die Dichatigkeit der Luft mehr und mehr bey groͤſſern und groͤſſern Abſtandevon