allen Nachbarn mit, und weckte beſonders die Thaͤtigkeitdes proteſtantiſchen Bergtoggenburgers, welcher unter ſei-nen Landsleuten zuerſt und mit Eifer einen neuen Erwerbs-zweig ergriff. Hiermit begann neues Leben. Flachs-und Hanfgeſpinnſt und Leinwandweberei verbreiteten ſichuͤberall, und bahnten der Mouſſelinfabrikation den Weg,welche aus dem reformirten Appenzell ſehr ſchnell zu denfleißigen Toggenburgern uͤberging. Der groͤßere Gewinn,welchen Spinner und Weber bei Verarbeitung der Baum-wolle fanden, bewirkte daſſelbe Reſultat wie im Außerroden,und ſchuf die Einwohner Toggenburgs zum Fabrikvolke um.Die Leinwandverfertigung iſt dergeſtalt geſunken, daß dasVerhaͤltniß der Baumwollen- Fabrikate zu denen ausFlachs und Hanf wie 10 zu 1 ſeyn mag; Baumwollehingegen wird in allen Haͤuſern geſponnen und gewoben,und die Menge der kleinen und großen Haͤndler mit Baum-wollengarn und Mouſſelin iſt außerordentlich. Doch giebtes im Toggenburg keine aͤhnlichen Kaufmanns⸗-Haͤuſer wieim Außerroden und in der Stadt St. Gallen , fuͤr derenausgebreiteten Großhandel die ganze Volksmenge Toggen-burgs hauptſaͤchlich arbeitet; die Kaufleute der KantoneGlaris und Zuͤrich ziehen nur ſehr wenig aus dem Thur-thale. Die Folgen dieſer thaͤtigen Induſtrie auf Bevdͤlke-rung, Reichthum, Armuth und Sitten zeigen ſich hier faſteben ſo auffallend als in dem reformirten Appenzell . Esgluͤckte mir nicht, richtige Nachrichten uͤber den Bevoͤlke-rungsgang dieſes Volkes zu erhalten, und ich kann daherwenig beſtimmtes daruͤber mittheilen. Im Anfang des17. Jahrhunderts ward die Volkszahl Toggenburgs durchdie Peſt vermindert. Ein Jahrhundert ſpaͤter zwiſchen2706 und 1710 erſchienen auf den Landesgemeinden, beidenen ſehr wenige Maͤnner fehlten, 8000 Buͤrger, welcheseine Bevölkerung von 32,00 Menſchen vermuthen laͤßt.
Der
*